Pirelli-Kalender: Nackt ist nicht - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Pirelli-Kalender Nackt ist nicht

Alle Jahre wieder, im November, kratzen die Fans an den Pirelli-Türen. Nicht wegen ihrer Reifen, sondern wegen eines Kalenders. Nicht irgendeinen, sondern den legendären Pirelli-Kalender mit aufregenden Models, von internationalen Starfotografen erotisch in Szene gesetzt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Und alle Jahre wieder werden die meisten leer ausgehen. Denn der Kalender ist unverkäuflich. Der Pneu-Produzent lässt nur einige tausend Exemplare drucken und verteilt sie an gute Kunden und Geschäftspartner. Für Deutschland sind dabei nur rund 300 Exemplare vorgesehen.

Der Jahresplaner, der erstmals 1964 mit nahezu textilfreien jungen Damen erschien, hat sich inzwischen vom frivolen Werkstatt-Wandschmuck zum fotografischen Kunstwerk gemausert, für den Knipser wie Herb Ritts, Richard Avedon oder Annie Leibovitz das Objektiv scharf stellten. So trägt denn auch der neue Pirelli-Kalender, für den Peter Lindbergh auf den Auslöser drücken durfte, diesmal ganz explizit das Motto "Beyond Nudity".

Der deutsche Schwarz-Weiß-Spezialist, der zuletzt 1996 den Pirelli-Kalender mit berühmten Star-Models gestaltete, wählte dafür zwölf junge Hollywood-Schauspielerinnen aus, die auf dem Sprung zu einer Filmkarriere sind. "Dieser Kalender ist ein wenig anders als die früheren", sagt Peter Lindbergh, "uns interessierte weniger das Aussehen der Darstellerinnen, sondern eher das, was sie tun."

Die Bilder entstanden innerhalb von sechs Tagen in den Paramount Studios in Hollywood. Jeder Monat besteht aus einem farbigen und einem Schwarz-Weiß-Motiv. Das Erste zeigt jeweils die Schauspielerin und den Monat, das Zweite die Biografie der Protagonistin und den Hintergrund, vor dem die Aufnahme entstanden ist. Der Kalender ist den USA gewidmet. Für die Titelseite stand deshalb Lauren Bush, Nichte des US-Präsidenten George W. Bush und Enkelin des Ex-Präsidenten George Bush, Modell.

Mehr lesen über