Pirelli-Kalender No sex, please!
Auf den Seychellen, im kalifornischen Big Sur, in Sevilla und Miami, auf Jamaika und auf der Bahamas-Insel Paradise Island - die Orte, an denen die Fotos vieler bisheriger Pirelli-Kalender entstanden, klingen nach Sonne und Sinnlichkeit. Doch zum 40. Jubiläum des Datumsanzeigers der italienischen Reifenfirma wurde ein Bruch vollzogen.
Der britische Fotograf Nick Knight nahm die Bilder für den Kalender 2004 in den Park Royal Studios in London auf und bearbeitete sie später am Computer. Zwar stehen auch auf den zwölf großformatigen Blättern für das nächste Jahr international bekannte Fotomodels im Mittelpunkt, doch wirken die Fotos anders als bei vielen Kalendern zuvor weder exhibitionistisch, noch sexistisch.
Pirelli-Kalender: No sex, please!
Der Grund: Fotograf Knight und Art-Director Peter Saville entschieden sich, Frauen zu fragen, welche Motive sie in einem Kalender dieser Art sehen wollen. Heraus kamen überwiegend verträumte, geheimnisvolle und farbenfrohe Bilder, die keine Ähnlichkeit haben zu den hinlänglich oft gezeigten Fotos nackter Frauen aus männlichem Blickwinkel.
Die Premiere des Kalenders wurde heute in den Royal Courts of Justice in London mit rund 400 Gästen gefeiert. An der Tradition, dass der Pirelli-Kalender unverkäuflich ist, wird auch in diesem Jahr nicht gerüttelt. Etwa 4000 Kalender hat der Reifenhersteller für Kunden und Geschäftspartner in Deutschland reserviert. Wer nicht dazu gehört, aber dennoch einen Kalender besitzen möchte, dem bleibt das Internet-Auktionshaus eBay, wo die Zahl der angebotenen Pirelli-Prints stetig steigt.