Porsche bibliophil Fünf Bücher, ein Thema
Eigentlich ist über Ferdinand Porsche, seine Erfindungen und die von ihm gegründete Firma Porsche schon alles gesagt und geschrieben. Aber eben doch nur eigentlich, denn es gibt noch ein paar weiße Flecken im Porsche-Universum, die noch nicht vollständig erschlossen sind. Einen dieser Flecken hat jetzt der Autor und Herausgeber Tobias Aichle getilgt: mit dem Buch "Porsche Raritäten - Autos, die nie in Serie gingen" (Geramond Verlag, 168 Seiten, 29,95 Euro). In dem Band sind mehr als 80 Prototypen, Sondermodelle und Versuchswagen versammelt, von denen manche selbst eingefleischten Porsche-Kennern bislang nicht bekannt gewesen sein dürften.
Weil die Buchpräsentation in der Autosammlung Prototyp in der Hamburger Hafencity stattfindet, gibt es einige der automobilen Seltenheiten aus dem Buch gleich vor Ort zu sehen. So wird beispielsweise exklusiv zur Präsentation des 168-Seiten-Werks der sogenannte Prinz-Heinrich-Wagen von Austro-Daimler, eine Konstruktion Ferdinand Porsches aus dem Jahre 1910, zu sehen sein. Das besondere an dem Auto ist die fließende, kantenfreie Formgebung. "Tulpenform" nannte man damals das, was Porsche erdacht und umgesetzt hatte, um den Luftwiderstand des Wagens zu minimieren.
Auch zu sehen ist der von Porsche konstruierte Rennwagen Auto Union Typ C 16 Zylinder, der 1936 mit revolutionären technischen Lösungen begeisterte und der noch bis Mitte Dezember im Hamburg gastiert - normalerweise steht das Prachtstück nämlich wohlbehütet im Audi-Museum in Ingolstadt. Zu den Raritäten, die in Buch und Sammlung gleichermaßen zu finden sind, gehören auch noch ein Cisitalia 360 aus dem Jahre 1947, ein Mercedes-Benz Typ SS Rennsport von 1927 sowie ein Austro-Daimler ADS-R "Sascha" von 1922.
Die Auto-Stars aus dem Buch live und in Farbe
Schließlich gehört auch das Cover-Modell des Buches, der Petermax-Müller-Weltrekordwagen von 1948, zu den ständigen Stars der Autosammlung am Hafenrand. Der Wagen mit der handgefertigten Aluminiumkarosserie auf einem VW-Chassis wiegt lediglich 550 Kilogramm. Der Vierzylindermotor auf VW-Basis wurde von vier Vergasern mit einem Methanol-Luft-Gemisch versorgt und leistete rund 78 PS. Das wiederum war genug für eine Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h; insgesamt acht Weltrekorde, darunter der damalige 10.000 Kilometer-Weltrekord mit einem Durchschnittstempo von 126 km/h, wurden von Petermax Müller mit dem Auto aufgestellt.
Neben dem Porsche-Raritäten-Buch werden am Samstag ab 12 Uhr vier weitere Bücher zum Thema präsentiert: "Bernd Rosemeyer - Die Schicksalsfahrt" (Delius Klasing Verlag, 231 Seiten, 24,90 Euro),; dann die deutsche Ausgabe des Bandes von Karl Ludvigsen "Ferdinand Porsche - Genesis des Genies" (Bentley Publishers, 496 Seiten, 285 Euro); Ernst Piechs Werk "Erhabene Werke" (Delius Klasing Verlag, 176 Seiten, 300 Euro) sowie die erweiterte Neuauflage des Buches "Porsche 917 - Die Helden, Die Siege, Der Mythos" (Klein Verlag, 240 Seiten, 59,90 Euro). Zahlreiche der Herausgeber und Autoren werden anwesend sein.
jüp