Porsche Boxster Ring frei zur zweiten Runde
Die Renaissance des Retters - so könnte man den Neustart des Boxsters poetisch nennen. Denn das kleine, vergleichsweise günstige Porsche-Modell trug entscheidend dazu bei, dass der Stuttgarter Sportwagenhersteller aus seiner schweren Krise zu Beginn der neunziger Jahre wieder herauskam. Längst läuft es in Zuffenhausen wieder rund, und der neue Einstiegs-Porsche soll jetzt helfen, den Schwung mindestens beizubehalten, am besten aber noch zu erhöhen.
Nach dem Motto "Konstanz ist Rückschritt" wurde das neue Modell wie selbstverständlich in allen möglichen Dimensionen gestreckt, gestärkt, gedehnt. Der Sechszylinder-Boxermotor des "normalen" Boxsters holt aus 2,7 Liter Hubraum nun 240 PS (176 kW), und damit 12 PS mehr als bislang. Damit schafft es der Wagen in 6,2 Sekunden von 0 auf Tempo 100, erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 256 km/h und verbraucht nach Werksangaben durchschnittlich 9,6 Liter Superbenzin je 100 Kilometer.
Der Boxster S übertrumpft diese Daten noch ein wenig: Der Motor hat 3,2 Liter Hubraum und leistet 280 PS (206 kW) - ein Plus von 20 PS gegenüber dem Vorgänger. In Fahrdaten übersetzt bedeutet das 5,5 Sekunden für den Spurt von 0 auf 100 km/h, eine Höchstgeschwindigkeit von 268 km/h und ein Durchschnittsverbrauch von 10,4 Liter.
Porsche Boxster: Ring frei zur zweiten Runde
Optisch hat sich beim neuen Auto kaum etwas getan. Die Frontscheinwerfer wurden verändert, die Lufteinlässe vor den Hinterrädern vergrößert, ebenso die Seitenfenster. Dazu gibt es größere Räder (17 Zoll beim Boxster, 18 Zoll beim Boxster S), eine breitere Spur und eine insgesamt ausgefeiltere Aerodynamik, wodurch der Luftwiderstandsbeiwert beim Boxster auf 0,29 (cW-Wert) sinkt (vorher 0,31).
Das Konzept der kleinen Schritte verfolgte Porsche bei vielen Details des neuen Modells. Im Innenraum wurde mehr Wert auf ansehnliche Oberflächen gelegt, das Lenkrad ist endlich auch höhenverstellbar, das Kofferraumvolumen wuchs von 260 auf 280 Liter, das Fünf- und Sechsgang-Schaltgetriebe der beiden Varianten wurden optimiert. Und dann meldet Porsche doch noch eine Weltneuheit: Als erster Roadster verfügt der Boxster über Kopfairbags, die in Verbindung mit den Seitenairbags in den Seitenscheibenbrüstungen der Tür verborgen sind.
Die Porsche-Marketingleute haben berechnet, dass Boxster-Fahren in Zukunft auch etwas billiger wird als bislang. "Die Wartungs-, Kraftstoff- und Versicherungskosten sowie die Steuer konnten beim neuen Boxster insgesamt um 13 Prozent gesenkt werden", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Grundlage dieser Zahlenspielerei sei eine Laufzeit von vier Jahren bei 15.000 Kilometern pro Jahr. Eine eher unwahrscheinliche Größe, wo doch gerade der Boxster als Schönwetter- und Nebenbeiauto gilt.
Die Autos, allesamt mit ESP, CD-Musikanlage, Klimaanlage und Bordcomputer ausgestattet - alles andere wäre auch enttäuschend - kosten als Boxster 43.068 Euro, als Boxster S 51.304 Euro.