Porsche im Ahornland: Die Kanada-Connection - DER SPIEGEL
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Porsche im Ahornland Die Kanada-Connection

Ein Sportwagenhersteller bekommt womöglich ein Problem, wenn er plötzlich einen Geländewagen glaubhaft vermarkten soll - Stichwort Porsche Cayenne. Die Zuffenhausener wissen um diese Schwierigkeit und kooperieren jetzt mit der Canadian Tourism Commission.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die erst in dieser Woche besiegelte Zusammenarbeit zwischen der Canadian Tourism Commission (CTC) und der Porsche AG ist zunächst auf vier Jahre angelegt. Noch vor wenigen Monaten wäre eine solche Kooperation sinnlos gewesen, denn fürs Sportwagen-Marketing ist das zweitgrößte Land der Erde eher ungeeignet. Es gibt dort vergleichsweise wenige Straßen, und die sind auch noch überwiegend kurvenfrei. Das falsche Revier für die Modelle 911 und Boxster also.

Doch mit dem ersten Geländewagen der Sportwagenspezialisten, dem Cayenne also, der am kommenden Wochenende zu den Händlern kommt, ändert sich die Situation völlig. Cayenne und Kanada - das klingt schon mal gut, und es könnte auch helfen, das neuen Auto mit Begriffen wie Weite, Wildnis und Wagemut in Verbindung zu bringen.

Quasi der Anstoß zur Kanada-Porsche-Connection ist eine vom Autobauer initiierte Imax-Filmproduktion. "Top Speed" heißt der Titel, und es geht, wie zu erwarten, um den neuen Cayenne. Einer der Schauplätze des Vollgas-Epos sind die Rocky Mountains in Westkanada. Anfang 2003 läuft der Film in den Imax-Kinos an, und der Regisseur Greg MaxGillivray sagt von seinem Werk, es handle "nicht nur von Geschwindigkeit, sondern auch vom menschlichen Streben nach Perfektion". Das wird Porsche gerne hören.

Die kanadischen Tourismus-Manager wiederum sind ganz wild darauf, an die Porsche-Kundschaft als potenzielle Zielgruppe heranzukommen. So ließ CTC jetzt verkünden, dass im Porsche-Kundenmagazin "Christophorus" (Auflage rund 250.000 Exemplare) künftig Beiträge über Kanada als lohnendes Reiseziel erscheinen werden. Zudem werde das Land des Ahorns und der Grizzlys in den "Porsche Club News" den Mitgliedern der weltweit aktiven Porsche-Clubs angepriesen.

Als "wichtigsten Teil der Kooperation" nennen die Touristiker "exklusive, maßgeschneiderte Reiseangebote". Das Erste aus dieser Reihe liegt bereits vor, es handelt sich um eine Sieben-Tages-Skireise in die Rockies, die allerdings eine Schwachstelle aufweist. Der Porsche Cayenne ist im Programm nicht vorgesehen. Dafür erhalten die Teilnehmer einen Skikurs auf Brettern vom Typ "Porsche Slalom Carver". Die allerdings stammen von der Skifirma Völkl.