Post aus Paris Lauter kleine Gallier
Inmitten der großen Namen in Halle 1 auf dem Pariser Autosalon hat beispielsweise Matra seinen Stand aufgeschlagen. Der Karosserie-Spezialist, der viele Fahrzeugkonzepte mit und für Renault entwickelt hat, präsentiert hier seine eigene Version der "plaisir de la mobilité".
Das Vehikel trägt den langweiligen Namen M72, sieht aber dafür aus wie die aufgemotzte Version des Mondautos. Angetrieben wird das gut drei Meter lange, silbrige Gefährt von einem Zweizylinder-Motor mit 750 Kubikzentimetern Hubraum und einer Leistung von 20 PS (15 kW).
Das reicht dicke, um den nur 380 Kilogramm schweren Zweisitzer auf maximal 110 km/h zu beschleunigen. Als Richtwert für den Spurt haben sich die Matra-Leute - schließlich schreibt man das Olympiajahr - eine neue Kategorie ausgedacht:
Die 100-Meter-Distanz aus dem Stand spurtet der Wagen in 8,5 Sekunden, das Verzögern aus Tempo 100 auf 0 ist binnen 36 Metern erledigt. Den Verbrauch gibt der Hersteller mit "weniger als vier Litern" je 100 Kilometer an.
Der Clou des futuristischen Mini-Cabriolets ist, dass er in fast allen EU-Ländern (ausser Deutschland) bereits mit den Euro-Führerscheinen A1 oder B1 gefahren werden darf - also ab 16 Jahren. Im Internet verkündet die Firma, dass der Alu-gewordene Traum eines Nachwuchs-Flitzers schon im kommenden Jahr Wirklichkeit werden könnte.
Schon auf der Straße gibt es das Scootcar E25, ein einsitziges Elektrofahrzeug, dessen Permanentmagnetmotor rund 2 PS (1,5 kW) leistet, 25 km/h schnell fährt, 209 Kilo wiegt und 16.525 Mark kostet.
Das Vehikel des französischen Herstellers Secma darf von allen, die vor dem 1.April 1965 geboren sind, führerscheinfrei gefahren werden. Jüngere müssen zunächst eine theoretische Einweisung in Krankenfahrstühle absolvieren.
In Paris präsentiert Secma nun zwei neue, zweisitzige Minimobile mit Verbrennungsmotor: Die Scootcar-Typen Fun Tech 50 und Fun Tech 350. Das Spitzenmodell wird von einem Einzylinder-Viertakter der Firma Lombardini angetrieben, der aus 340 Kubikzentimetern eine Leistung von 14 PS (10 kW) holt und den Wagen bis zu 75 km/h schnell macht.
Der heckgetriebene Zweisitzer mit dem gewaltigen Überrollbügel bietet Automatik-Getriebe, 3-Punkt-Sicherheitsgurte, Heizgebläse, Warnblinkanlage und einen 90 Liter großen Kofferraum. Der Preis des "großen" Scootercar steht noch nicht fest.
Gleiches gilt für den Be Up, eine Art Playmobil-Zweisitzer des Herstellers Ligier und des Designers Giugiaro. Der bonbonfarbene Wagen bietet verspielte Details wie altertümlich geformte Lampen, eine teilweise freiliegende Space-Frame-Konstruktion, ein Lenkrad wie in einem Kart und Sitze im Eskimo-Look.
Als Motor kommt ein 500 Kubikzentimeter großer Zweizylinder zum Einsatz, der 21 PS (15 kW) leistet und den 2,71 Meter langen Autozwerg rund 120 km/h schnell macht. Ligier versucht, das Wägelchen als Popikone zu platzieren. Der Slogan dazu: "Suchen Sie sich erst eine Sonnenbrille aus - und dann das dazu passende Auto."