Rabatte beim Autokauf 2008 Goodbye, Schnäppchen
16,5 Prozent, so ermittelten die Autopreis-Experten der FH-Gelsenkirchen, betrug das mittlere Rabatt-Niveau im Dezember. Ein üppiger Wert, der vor allem mit der hohen Zahl an so genannten Eigenzulassungen der Autohersteller und der Autohändler zu tun hat. Im November wurden auf diese Weise 83.403 Neufahrzeuge erstmals zugelassen - um sie in den Folgemonaten mit hohen Rabatten an wirkliche Kunden verkaufen zu können.
Als weiteren Faktor für die hohen Nachlässe nennt das Team um Professor Ferdinand Dudenhöffer die so genannten offenen Aktionen der Hersteller. Dabei handelt es sich um offizielle und bundesweite Angebote der Hersteller für reguläre Neufahrzeuge. Auch sie tragen dazu bei - wie etwa Tageszulassungen, Aktionszulassungen (z.B. bestimmter Sondermodelle) oder nur wenig gebrauchte Vorführ- und Dienstwagen - den Neuwagenpreis deutlich zu drücken. Ein Beispiel: Aufgrund einer offenen Aktion "Sicher und Sorglos" von Volkswagen war der VW Polo als Sondermodell United erstmals offiziell mit eine Preisabschlag von 27 Prozent gegenüber der normalen Preisliste im Angebot.
Bei Citroen gab es "Verwöhnwochen", die sich durch Rabatte von bis zu 36,5 Prozent auszeichneten, Fiat gewährte für den Panda über eine so genannte Umweltprämie bei Inzahlungnahme eines Altfahrzeugs bis zu 26,7 Prozent auf den Kleinwagen Panda; bei Ford ließ sich für den Kleinwagen Ka die Sonderausstattung "Style" mit einer "Flatrate-Finanzierung" kombinieren, so dass ein Rabatt von 20,1 Prozent zu Buche schlug. Ebenso wurden nach Angaben der CAR-Forscher die Modelle Honda Civic, Mazda 6, Chevrolet Matiz, Renault Scénic und Lancia Ypsilon mit mehr als 20 Prozent rabattiert. Insgesamt 55 Fahrzeuge seien durch offene Aktionen (von denen 228 ausgewertet wurden) um mindestens 15 Prozent billiger geworden.
Der Automarkt erholt sich, die Rabatte sinken
Dennoch klingt die Rabatt-Schlacht offenbar ab. Nach den Höchstständen im Frühjahr 2007 - zu diesem Zeitpunkt (März) erreichte die Zahl der Eigenzulassungen ein Niveau von mehr als 110.000 Fahrzeugen - beruhigte sich die Lage ein wenig. Als Grund für die voraussichtlich sinkenden Rabatte im neuen Jahr nennen die Auto-Forscher einen sich leicht erholenden deutschen Pkw-Markt. Die Prognose geht von 3,34 Millionen Neuzulassungen aus, gegenüber 3,16 Millionen im vergangenen Jahr.
Warum das so sein sollte? Auf diese Frage antworten die Automobilwirtschaftler mit dem nun nicht mehr vorhandenen Dämpfungseffekt, den die Mehrwertsteuererhöhung zu Beginn des Jahres 2007 ausgelöst hat. Zudem habe sich aufgrund der sinkenden Arbeitslosenzahlen und der allgemein positiven Grundstimmung die Bereitschaft zum Autokauf leicht erhöht. Und schließlich könne auch die neue Feinstaubregelung mit den Umweltzonen in zahlreichen Städten dazu beitragen, dass Altfahrzeuge gegen neue, schadstoffärmere Modelle getauscht würden.
jüp