Elektromobilität Regierung kündigt weitere Förderung von E-Autos an
Stromtankstelle für E-Autos: Bislang weniger als 3000 Ladestationen in Deutschland
Foto: Roland Weihrauch/ dpaDie Bundesregierung ist für ihr Millionenziel bei Elektroautos zu einer zusätzlichen Förderung der mit Strom angetriebenen Fahrzeuge bereit. Die Elektromobilität habe bei den europäischen Nachbarländern nur mit staatlicher Förderung einen Sprung in der Verbreitung gemacht. "Deutschland wird um eine weitergehende Förderung nicht herumkommen", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag auf der Elektromobilitätskonferenz der Bundesregierung in Berlin.
Die Industrie fordert zum Beispiel eine Sonderabschreibung für Firmenwagen. Die Regierung werde nochmals alle Instrumente studieren. Entschieden sei noch nichts, doch solle noch in diesem Jahr eine Antwort gefunden werden. "Ich habe einigermaßen klare Vorstellungen, was die Bundesregierung noch zu leisten hat", so Merkel.
Die Bundesregierung hat sich vorgenommen, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straße zu bringen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hält daran weiter fest: "Natürlich sind das ambitionierte Ziele", sagte der CSU-Politiker zum Auftakt der großen Konferenz. "Ich glaube, dass wir dieses Ziel erreichen können."
Wunsch und Realität liegen noch weit auseinander
Dabei hinkt der Absatz der klimafreundlichen E-Autos den Regierungszielen bislang hinterher. Anfang 2015 gab es laut Verband der Automobilindustrie (VDA) rund 25.300 steckdosentaugliche Autos. Problem sind vor allem die hohen Anschaffungskosten und die geringe Reichweite.
"Im internationalen Vergleich der Leitmärkte liegt Deutschland im Mittelfeld", erklärten die vier an E-Mobilität beteiligten Bundesministerien. Die Regierung sieht deswegen bei der Entwicklung von Elektroautos in Deutschland Nachholbedarf. Dafür will die Bundesregierung auch in weitere alternative Antriebstechnologien investieren. Zwischen 2016 und 2018 sollen 161 Millionen Euro in die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik fließen.
Außerdem wird das Netz an Wasserstofftankstellen ausgebaut - bis Ende des Jahres sollen 50 Wasserstofftankstellen in den Metropolregionen und entlang der Hauptautobahnen errichtet werden. Bis 2023 könnten mithilfe der Industrie weitere 350 Tankstellen hinzukommen. Bereits angekündigt hatte Dobrindt, dass Autobahnraststätten quer durch die Republik bis 2017 mit 400 neuen Schnellladesäulen für E-Autos ausgestattet werden sollen.
"Aufpassen, sich und das Projekt nicht lächerlich zu machen"
Auch die deutschen Flughäfen wollen die E-Mobilität ausweiten. "Unser Ziel ist der flächendeckende Einsatz von Fahrzeugen mit E-Antrieb", sagte der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV, Ralph Beisel, einer Mitteilung zufolge. Er forderte zugleich die Bundesregierung auf, die Anschaffung von Bussen und anderen Fahrzeugen mit E-Antrieb besser zu fördern.
Wirtschaftsminister Gabriel sagte, man müsse aufpassen, dass man nicht durch das beständige Wiederholen "von nicht erreichbaren Zielen am Ende sich und das Projekt lächerlich macht". Er sei dafür, die Ziele dennoch nicht zu reduzieren und sich lieber etwas einfallen zu lassen, um sie zumindest annähernd zu erreichen.
Schon länger war über eine Förderung von E-Autos spekuliert worden. Medien berichteten unter Berufung auf Regierungskreise von einem Paket von rund drei Milliarden Euro bis 2020. Im Gespräch sind auch Sonderabschreibungen für E-Autos in Dienstflotten. Das Finanzministerium prüft nach eigenen Angaben diese Möglichkeit, macht das Instrument aber von einer Begleitfinanzierung durch die Länder abhängig. Von verschiedenen Seiten wird seit Längerem eine weitergehende Förderung gefordert. Die Grünen etwa sind der Ansicht, dass es ohne direkte Kaufprämien von mehreren tausend Euro für Privatkunden nicht geht.