Reifen auf Autostudien: Grobe Schnitzer - DER SPIEGEL
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Reifen auf Autostudien Grobe Schnitzer

Je spektakulärer die Fahrzeugstudie, desto dichter das Gedränge um den Wagen auf einer Automobilmesse. Natürlich will man das Auto sehen, schließlich ist es ein Unikat. Unikate aber tragen solche Prototypen auch an den Füßen - SPIEGEL ONLINE hat genauer hingeschaut.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bei einem Konzeptauto interessiert, wie der Name schon sagt, vor allem das Konzept des Autos, denn meistens ist es neu oder zumindest wird ein bekanntes Konzept (etwa Sportwagen, Limousine oder Van) optisch neu interpretiert. Meist aber lohnt es sich, etwas genauer hinzuschauen, denn dann entdeckt man, dass diese außergewöhnlichen Autos fast immer auch auf ebenso merkwürdigen Reifen stehen. Reifen, die Botschaften auf der Lauffläche tragen - Schriftzüge zum Beispiel oder Designelemente, die auch an der Karosserie vorkommen.

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Prototypen-Pneus: Handschnitzereien in Gummi

Foto: Jürgen Pander

"Reine Phantasieprodukte ohne Relevanz für die tatsächlich Reifenentwicklung", nennt Michelin-Sprecher Jan Hennen solche Pneus, die speziell für Studien hergestellt werden. Es handelt sich dabei um zunächst profillose Reifen-Rohlinge, auf deren Lauffläche dann per Hand Rillen oder Schleifen, Schlangenlinien oder Kerben hineingeschnitzt werden.

Die Vorgaben, welche Muster auf dem Pneu zu sehen sein sollen, macht der Hersteller der Automobilstudie. So treten wuchtige SUV-Prototypen auf Messen mit extra grobstolligen Gummis auf, Sportwagen beispielsweise mit aggressiv wirkendem Reifenprofil und sehr futuristische Studien mit sehr bizarren Mustern auf der Lauffläche. Mitunter wird auch eine spezielle Farbe für den Prototypen-Pneu angemischt. "Wir haben schon Reifen mit einer grünen Lauffläche für eine besonders umweltfreundliche Studie und rote Reifen für ein spezielles Wettbewerbsmodell hergestellt", berichtet Hennen. Es kann also durchaus reizvoll sein, vor einer Autostudie mal in die Knie zu gehen - und ihr auf die Füße zu schauen.