Renault Clio V6: Raserei im Kleinformat - DER SPIEGEL
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Renault Clio V6 Raserei im Kleinformat

Das Prinzip ist aus der Unterhaltung bekannt: Clowns tragen viel zu große Schuhe, schlanke Models lassen sich viel zu große Brüste herbeioperieren und kleine Gallier bekommen dank Zaubertrank riesige Kräfte. Interessant ist, was nicht zusammenpasst. Renault verfährt ganz ähnlich.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der französische Autobauer, zuletzt durch avantgardistisch gestaltete Karosserien aufgefallen, bringt nun ein Modell auf den Markt, das Auto-Puristen erfreuen dürfte. Kleiner Wagen, großer Motor lautet das Konzept des Mobils, das als "weitweit stärkstes und schnellstes Serienfahrzeug auf Kleinwagenbasis" angepriesen wird. Der neue Renault Clio V6 steht ab sofort für 39.900 Euro bei den Händlern.

Renault hat das Auto seit November 2000 im Angebot, seither wurden in Deutschland 130 Exemplare verkauft. Ökonomisch kann man den Wagen also vernachlässigen, seine Wirkung aufs Image der Marke, die zuletzt durch einen zweiten Platz beim Grand Prix in Barcelona ihre Sportlichkeit unter Beweis stellte, ist jedoch immens. Entsprechend wurde das aktuelle Modell aufgerüstet. Der 3,0-Liter-V6-Motor mit Vierventiltechnik leistet jetzt 254 PS (187 kW) und beschleunigt das Auto auf maximal 250 km/h. Beim Vorgänger lagen diese Werte noch bei 226 PS (166 kW) und 235 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Das zweisitzige Auto mit Mittelmotor wird im Alpine-Werk in Dieppe "weitgehend von Hand" gefertigt, wie Renault mitteilt. Das Sechsgang-Getriebe wurde neu abgestuft, die Schaltwege im Vergleich zum bisherigen Modell um 20 Prozent verkürzt. Beim Fahrwerk kommt Rennsporttechnik zum Einsatz, im Vergleich zum normalen Serien-Clio erhält das hochgezüchtete Sportmodell zahlreiche Versteifungen und Stabilisatoren. Aktive Fahrsicherheit heißt so etwas in Vollgas-Sprech. Der Wagen fährt mit einer stattlichen Bremsanlage und extra entwickelten Michelin-Reifen auf OZ-Leichtmetallfelgen in der Dimension 18-Zoll vor. Optisch wurde der neue Renn-Clio den Großserienmodellen angeglichen. Die markanten Xenon-Doppelscheinwerfer und das große Markenlogo in der Mitte der Frontpartie sind die typischen Renault-Erkennungszeichen. Neu am Heck sind Rückleuchten in Klarglasoptik sowie ein auffälliger Dachspoiler.

Im Innenraum setzen Lederlenkrad, ein besonders hoch platzierter Schalthebel und Aluminiumpedale mit Gumminoppen sportliche Akzente. Zugleich dürfen sich Clio-V6-Fahrer über im Rennsport unbekannte Komfortdetails wie Regensensor, Lichtsensor, Klimaautomatik oder eine CD-Musik-Anlage freuen. Eng wird es, wenn außer einem Beifahrer auch noch Gepäck transportiert werden soll. Das Kofferräumchen unter der Fronthaube fasst lediglich 67 Liter, auf einer Gepäckablage im Heck können weitere 45 Liter untergebracht werden. Das war's, aber Clio-V6-Fahrer haben ja auch nicht ewig Zeit, um zu packen.