Renault Modus Ein-Raum-Wohnung
Ein Minivan wie der Opel Meriva oder der Fiat Idea ist der Renault Modus nicht geworden. Die gibt es ja schon, und die Franzosen als "créateur d'automobiles" haben den Anspruch, ständig neue Pkw-Spezies hervorzubringen. Die jüngste Art könnte man Mini-Kombi-Van nennen: ein Auto mit vergleichsweise viel Platz auf geringer Grundfläche, mit sehr beweglichen Rücksitzen für allerlei Verwandlungen und mit einer doppelten Heckklappe zum einfacheren Be- und Entladen.
Ab 24. September wird das Auto bei den deutschen Renault-Händlern stehen. Zur Wahl stehen drei Benzin- und zwei Dieselmotoren in einem Leistungsbereich von 68 bis 112 PS (50 bis 82 kW). Außerdem werden ein Fünfgang-Schaltgetriebe und alternativ eine Viergang-Automatik angeboten, letztere jedoch nur für den Topbenziner mit 112 PS.
Wie von Renault gewohnt, geht es munter weiter mit den Wahlmöglichkeiten. Im Angebot sind vier Ausstattungsniveaus und sechs so genannte Options-Pakete, wobei alle Varianten über sechs Airbags, ABS und Isofix-Kindersitzbefestigungen verfügen. Außerdem über eine Triptic genannte Rücksitzbank, die sich in Längsrichtung verstellen lässt und bei der zudem der mittlere Sitz eingeklappt werden kann, so dass ein Viersitzer mit recht komfortabler Bewegungsfreiheit auf allen Plätzen entsteht.
Eine Weltneuheit beim Modus ist die City-Klappe, die ab dem Ausstattungsniveau "Cité" zum Lieferumfang gehört. Es handelt sich dabei um eine Extraklappe, die sich unter der Heckscheibe befindet und unten angeschlagen ist. Durch sie wird das Gepäckabteil auch in engen Parklücken zugänglich, selbst wenn sich die gesamte Heckklappe nicht öffnen lässt.
Durchaus als Kampfansage an die Mitbewerber sind die Preise des neuen Modus zu verstehen. Der Einstieg liegt bei 12.000 Euro für das Modell mit dem 1,2-Liter-Benziner (75 PS / 55 kW) in der Grundausstattung namens "Authentique". Und der Wagen ist keineswegs spartanisch ausgestattet, sondern bietet unter anderem schon Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber vorne, geschwindigkeitsabhängige Servolenkung, Bordcomputer und ein höhenverstellbares Lenkrad.
Als Alltagsauto, das überwiegend auf Kurzstrecken genutzt wird, ist der Modus wohl die reizvollste Neuheit in diesem Autoherbst. Nicht umsonst ist er der erste Kleinwagen, der die Höchstnote von fünf Sternen beim Euro-NCAP-Crashtest erreicht hat.
Dass der Modus so ganz anders ist als alle anderen Kleinwagen, hämmert Renault der Kundschaft nun schon seit Wochen ein. Zuletzt durch den ungewöhnlichen Doppel-Werbespot von Detlev Buck, bei dem auf zwei Sendern zeitgleich ein Reklamefilm lief - einmal in fröhlich-optimistischer, das andere Mal in düster-pessimistischer Stimmung. Kinogängern dürfte in jüngster Zeit der Pinkel-Werbespot aufgefallen sein, in dem zwar kein Auto zu sehen ist, bei dem aber am Ende das Wort Modus auftaucht. Christian Barluet, Direktor für Werbung bei Renault, ist sich sicher, dass dieses Konzept verfängt. Seine Begründung: "Wir wollen vor allem die Autofahrer ansprechen, die tief im Innern noch Kind geblieben sind, die das Leben von seiner guten Seite sehen und die Straße nicht als Wettkampfarena betrachten."