Renault-Wachstumspläne: Créateur de Rendite - DER SPIEGEL
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Renault-Wachstumspläne Créateur de Rendite

Als "créateur d'automobile" preist der französische Hersteller Renault sich selbst an. Nun hat Unternehmenschef Carlos Ghosn einen ehrgeizigen Wachstumsplan aufgestellt und  für die nächsten drei Jahre insgesamt 26 neue Modelle angekündigt.
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"Globale Präsenz" heißt das Ziel, das Renault-Chef Carlos Ghosn für die nächsten Jahre ausgegeben hat. Dass diese räumliche Ausweitung einhergehen soll mit einer drastischen Absatzsteigerung versteht sich von selbst. Im vergangenen Jahr verkaufte Renault rund 2,53 Millionen Fahrzeuge weltweit, 2009 soll der Absatz bereits bei 3,3 Millionen Autos liegen. Der Löwenanteil dieses Wachstums wird, so jedenfalls erwarten es die Strategen in der Konzernzentrale in Paris, von den Märkten außerhalb Westeuropas erzeugt.

Im nächsten Jahr beispielsweise wird der Verkauf der Renault-Marke Logan im Iran und in Indien beginnen. "Und für China suchen wir derzeit einen Kooperationspartner", sagt Unternehmenssprecher Martin Zimmermann. Ein Export von Renault-Modellen in den USA hingegen sei "überhaupt kein Thema". Wenn von der Expansion gen Osten die Rede ist, dann ist damit hauptsächlich die zu Renault gehörende rumänische Marke Dacia gemeint. Sie soll rund 550.000 Fahrzeuge des insgesamt anvisierten Wachstums um 800.000 Autos ausmachen.

Neue Vertriebspolitik reduziert Tageszulassungen

Die hübschen Zahlenprognosen relativieren sich ein wenig, wenn man den deutschen Markt betrachtet. Dort verzeichnet die Neuzulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamts für die ersten fünf Monate dieses Jahres einen Einbruch der Renault-Zulassungen um fast 14 Prozent auf 61.140 Einheiten. Damit sind die Franzosen zwar noch immer die größte nicht-deutsche Automarke hierzulande (vor Toyota), doch ins hübsche Wachstums-Bild passt dieser Rückgang nicht. Renault-Sprecher Zimmermann jedoch hat eine einleuchtende Erklärung dafür.

"Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht ziemlich genau den Händlerzulassungen, die wir drastisch abgebaut haben", sagt er. Während früher jeder Händler eine Prämie bekam, wenn er ein Auto neu zuließ, zahlt der Importeur seit Anfang dieses Jahres nur noch dann, wenn der Wagen tatsächlich an einen Endkunden verkauft wurde. "Durch diese Umstellung unserer Vertriebspolitik", sagt Zimmermann, "konnten wir die Verkäufe an Privatkunden in den ersten fünf Monaten dieses Jahres sogar um etwa 2000 Stück steigern." Man konzentriere sich jetzt auf die rentablen Geschäfte, sagt der Renault-Mann - die Fixierung auf Stückzahlen alleine bringe auf Dauer nichts ein.

Twingo, Laguna und ein Kompakt-SUV in den Startlöchern

Dennoch hofft Renault auch in Deutschland auf Wachstum, das vor allem durch neue Modelle ausgelöst werden soll. Im kommenden Jahr werden der neue Kleinwagen Twingo, das neue Mittelklassemodell Laguna und erstmals auch ein Kompakt-Geländewagen in den Verkaufsräumen erscheinen. Das erste SUV-Modell von Renault trägt übrigens lediglich das Logo der Franzosen; gebaut wird das Auto von der koreanischen Tochter Samsung, die Technik stammt vom japanischen Schwesterkonzern Nissan. Große Hoffnungen setzt das Unternehmen auch auf den neuen Dacia Logan Kombi, der ebenfalls im nächsten Jahr auf den Mark kommen und in Deutschland "deutlich unter 10.000 Euro" kosten soll.

Der erhoffte Aufschwung von Renault wird nach Ansicht der französischen Markenstrategen übrigens auch vom Formel-1-Engagement getragen. Die neuerliche Siegesserie von Weltmeister Fernando Alonso steigere gerade auch in den Schwellenländern die Bekanntheit der Marke. Offenbar muss ein Hersteller gar keinen Sportwagen im Angebot haben, um dennoch von den Erfolgen in der Königsklasse des Motorsports zu profitieren.