Roboter am Steuer Platz da, jetzt kommt Klaus!
Wolfsburg - Eine Auklato fahrende Maschine namens "Klaus" haben die Wolfsburger Autobauer auf ihrer Teststrecke in Ehra-Lessien vorgestellt. Der Roboter mit drei mechanischen Füßen und vier Armen ist Dank Laserscanner, Stereokamera, Radar und modernster Elektronik in der Lage, ohne menschliche Hilfe Serienfahrzeuge zu steuern.
Die Elektronik könne, so die Entwickler, sogar plötzlich auftauchende Hindernisse rechtzeitig erkennen. "Klaus" weiche dann mit dem Auto aus oder bremse sanft ab, sagte einer der Väter des Systems, Hubert Weisser, von der Volkswagen Elektronikforschung.
Damit sei es erstmals in der Autoindustrie gelungen, den Fahrer vollständig zu ersetzen, so Gert Siegel vom Elektronikkonzern Bosch. Ziel des in dreieinhalbjähriger Entwicklungsarbeit entstandenen Prototyps sei es gewesen, einen elektronischen Beifahrer zur Unfallvermeidung zu entwickeln.
Mit seinen drei Beinen bedient der Roboter Gaspedal, Kupplung und Bremse des Autos. Zwei Arme hat "Klaus" zum Steuern des Fahrzeug, einen weiteren für die Schaltung und den vierten allein für den Zündschlüssel. Auf der VW-Teststrecke soll der Roboter die Testfahrer entlasten und für einheitlichere Testergebnisse sorgen.
Allerdings: Auf öffentlichen Straßen wird das System, das seinen Weg selbständig berechnet, zunächst nicht zum Einsatz kommen. "Wir wollen unseren Kunden nicht die Leidenschaft am Fahren nehmen, sondern das Fahren komfortabler und sicherer machen", sagte VW-Vorstandsmitglied Martin Winterkorn.
Die mit "Klaus" gewonnenen Erkenntnisse sollen jedoch zur Entwicklung eines elektronischen Beifahrers beitragen, der den menschlichen Fahrer unterstützt. Nach Angaben von Weisser könnte dieser elektronische Beifahrer den Piloten in kritischen Situationen warnen oder ihm beim Bremsen und Lenken helfen.
Als praktische Anwendungsfelder sind den Angaben der Konstrukteure zufolge Frühwarnsysteme denkbar, bei denen das Fahrzeug elektronisch in der Spur gehalten wird - wenn der Fahrer einnickt. Aber auch der Abstand zum Vordermann kann geregelt werden.
Zunächst werde das System den Fahrer auf eine Gefahr hinweisen und nicht eingreifen. Das sei erst in einem späteren Schritt geplant. Siegel sagte, langfristig könnte der Verkehr auf der Autobahn weitgehend automatisch ablaufen und Lastwagen wie Züge hintereinander her rollen. Die Fahrer könnten diese Zeit als Ruhepause nutzen.
Das 16 Millionen Mark teure Projekt "Autonomes Fahren" wurde den Angaben zufolge gemeinsam von VW, Bosch, der Technischen Universität Braunschweig und zwei mittelständischen Unternehmen verwirklicht.