Roewe 750: Comeback in China - DER SPIEGEL
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Roewe 750 Comeback in China

Mit dem geistigen Eigentum haben die Chinesen mitunter Mühe. Fast täglich tauchen illegale Kopien westlicher Markenartikel "Made in China" auf - vom Turnschuh bis zum Smart. In diesem Fall geht aber alles mit rechten Dingen zu: Rover feiert Comeback in Reich der Mitte.
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Von wegen Rover ist tot. Natürlich haben die Briten nach der Pleite in England längst die Türen dicht gemacht, die letzten Neuwagen sind verkauft, und so ganz langsam verschwinden auch in Deutschland die ohnehin nur selten zugelassenen Exoten von der Insel aus dem Straßenbild. Doch das Ende ist das nicht. Im Gegenteil: Knapp 20.000 Kilometer weiter im Osten gibt es in diesen Tagen eine Auferstehung: Rover feiert ein Comeback in China – zumindest mit einigen Modellen.

Verantwortlich dafür zeichnet die China Automotive Industry Corporation (SAIC) aus Shanghai. Der Großkonzern, der als lokaler Joint-Venture-Partner zum Beispiel auch mit VW und General Motors zusammenarbeitet, hat nach der Pleite von MG Rover vor zwei Jahren zwar nicht das gesamte Unternehmen, aber zumindest das "geistige Eigentum" an der Mittelklasse-Limousine Rover 75 und am Kleinwagen Rover 25 erworben. Und dieses knapp 70 Millionen britische Pfund teure Know-how nutzen die Chinesen jetzt für eine der wenigen ganz legalen Kopien. Am Dienstag haben sie in Shanghai den Roewe 750 vorgestellt, der dem alten Rover 75 wie aus dem Gesicht geschnitten scheint. Angetrieben wird der umgerechnet zwischen 29.000 und 40.000 US-Dollar teure China-Brite wahlweise von einem 1,8 Liter großen Turbomotor oder einem V6 mit 2,5 Litern Hubraum, der mit 184 PS immerhin 220 km/h ermöglichen soll.

Enthüllung in Shanghai - Export ab 2007 geplant

Die jetzt in Shanghai mit Glanz und Gloria enthüllte Limousine, die in den Augen der SAIC-Manager so "wunderschön europäisch wirkt", ist örtlichen Presseberichten zufolge das erste ohne Joint-Venture-Partner produzierte Modell der Chinesen. In den nächsten fünf Jahren sollen ihm rund 30 weitere Typen folgen. Bis dahin allerdings muss SAIC erst einmal den Vertrieb auf Vordermann bringen. Denn bislang wird es den Roewe nur im Inland geben, und auch da hat das Unternehmen nur etwa 60 Händler. Britische Zeitungen allerdings berichten, dass bereits die Planungen für den Export laufen und der Rover 75 als Roewe 750 auf diesem Weg spätestens nächstes Jahr sogar wieder zurück nach England kommen soll.

Auch wenn die Pläne ganz legal in den fernen Osten gelangt sind, funktioniert der Nachbau des Rover 75 trotzdem nicht ohne juristische Gratwanderung. Denn die Chinesen haben von den Briten zwar die Konstruktion übernommen, nicht aber die Namensrechte. Die hat ihnen, mitsamt dem Markenzeichen, die Ford Motor Company vor der Nase weggeschnappt. Das allerdings ficht die Manager bei SAIC nicht an: Aus Rover wird flugs "Roewe", aus 75 einfach "750" und aus dem Wikingerschiff auf dem schwarz-roten Wappenschild ein geschwungenes R, über dem zwei Löwen an einem Schwert zerren. Juristisch wahrscheinlich sogar sauber, bleibt auf diese Weise zumindest der Schein gewahrt.

tom