Rolls-Royce: Edelgeburten unter der Erde - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Rolls-Royce Edelgeburten unter der Erde

Zur Produktion des neuen Rolls-Royce will BMW in Südengland die "exklusivste Fabrik der Welt" bauen. Die unterirdische Anlage soll die Landschaft kaum verändern und stiller als ein Supermarkt sein.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London - Durch eine Glaswand sollen Interessierte beim Bau der Limousinen zusehen können. "Wir liegen mit allen Aspekten dieses aufregenden Projekts im Zeitplan", sagte der BMW-Chef für Rolls-Royce, Karl-Heinz Kalbfell. In drei Jahren werde das neue Luxusauto auf den Markt kommen und dann mit einer Stückzahl von etwa eintausend pro Jahr produziert werden.

Der Planungsantrag werde im Laufe der nächsten 14 Tage eingereicht, sagte Firmensprecher Fred Fruth in Southampton. "Anders als der Mini wird der Rolls-Royce nicht über das weltweite BMW-Netz vertrieben werden. Wir werden ein unabhängiges Vertriebssystem aufbauen."

Die Fabrik bei Chichester in der Grafschaft West-Sussex werde 350 neue Arbeitsplätze schaffen. Sie reflektiere die "Exklusivität und das Erbe" der englischen Edelmarke. Ganz in der Nähe, in West Wittering, hatte von 1917 bis zu seinem Tod 1933 einer der beiden Gründer, Sir Henry Royce, gelebt.

Philip Hall vom britischen "Club der Rolls-Royce-Enthusiasten" zollte BMW Anerkennung: "Wir waren anfangs skeptisch wegen der Übernahme durch BMW, wie wahrscheinlich 99,9 Prozent der Bevölkerung in diesem Land. Aber wir sind ganz sicher beeindruckt, wie BMW die Sache handhabt."

BMW wird die an Volkswagen verliehenen Rechte für Rolls-Royce von 2003 an wieder selbst nutzen. BMW hatte sich Mitte 1998 als Inhaber der Markenrechte für Rolls-Royce mit dem Volkswagen-Konzern darauf verständigt, dass VW das Rolls-Royce-Geschäft bis Ende 2002 in Lizenz betreibt. Nach eigenen Angaben war VW hauptsächlich an Bentley interessiert.