Rolls-Royce Phantom Drophead Coupé Hoch den Hut
Detroit ist nicht unbedingt das passende Pflaster für Millionäre, doch zumindest vom 13. bis 21. Januar wird sich das ändern. Denn dann findet die alljährliche Motorshow in der US-Autometropole statt - und es gibt dort ein paar Novitäten, die autophile Aristokraten sehr interessieren dürften. Zuallererst gehört dazu die Weltpremiere des Rolls-Royce Phantom Drophead Coupé. Dass die Nobelmarke des BMW-Konzerns ein solches Auto in Vorbereitung hat, war seit der Studie 100 EX, die beim Genfer Salon 2004 gezeigt worden war, kein Geheimnis mehr.
Und nun ist das Serienauto fertig. 5,07 Meter streckt sich die Karosserie in die Länge, in der Breite sind es knapp zwei Meter. Über dem Innenraum spannt sich ein fünflagiges Stoffverdeck - das größte unter allen aktuellen Cabriodächern, wie Rolls-Royce stolz vermerkt. Es besteht aus fünf Textillagen, wobei die untere, auf die man als Passagier blickt, aus feiner Cashmere-Wolle besteht. Anfangs dachten die Entwickler auch über ein festes Klappdach nach, doch Chefdesigner Ian Cameron setzte sich schließlich durch. Und das nicht nur mit ästhetischen Argumenten. "Es gibt nichts Romantischeres, als bei Nacht in einem geschlossenen Cabriolet durch den Regen zu fahren und die Regentropfen auf dem Stoffdach zu hören."
Geöltes Teakholz, hinten angeschlagene Türen
Das ist es also, was Cabriofahrer suchen: Die Romantik des nächtlichen Regens. Bislang dachte man ja, offene Autos seien zum Herumcruisen mit geöffneten Verdeck bei Sonnenschein gedacht. Doch natürlich ist auch der neue Rolls-Royce mit abgenommenem Hut eine geradezu romantische Erscheinung: Allein die Abdeckung des Faches, in dem das Verdeck vollautomatisch verschwindet, ist aus 30 Teakholzteilen gefertigt, die sich anmutig über dem Stoffballen verschließen - und, wie Rolls-Royce betont, aus "nachhaltiger Forstbewirtschaftung" stammen.
Eine Besonderheit der Karosserie sind die hinten angeschlagenen Türen, die das Ein- und Aussteigen der Passagiere auf den Rücksitzen erleichtern sollen. Auch die Kofferraumklappe ist etwas Besonderes. Sie ist als Picknick-Plätzchen gestaltet und mit extra starken Scharnieren ausgestattet. Wird sie ausgeklappt, können zwei Leute darauf bequem sitzen und sich aus dem 315 Liter fassenden Stauabteil bedienen - etwa mit Kaviar-Sandwiches oder Champagner oder was man sonst so verspeist, wenn man mit einem offenen Rolls-Royce ins Grüne flaniert.
2,6 Tonnen sind in 5,9 Sekunden auf Tempo 100
Motorisiert ist die Offenbarung aus Goodwood mit einem 6,75 Liter großen V12-Motor, der 460 PS leistet und ein maximales Drehmoment von 720 Nm entwickelt. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf bescheidene 240 km/h begrenzt, der Spurt von 0 auf Tempo 100 dauert 5,9 Sekunden, und das ist für ein gut 2,6 Tonnen schweres Auto durchaus eine Ansage.
Für Kaufinteressenten beginnt nun die Zeit des Auswählens und Zusammenstellens. Denn Kunden des Rolls-Royce Cabriolets, dessen Preis wohl bei ungefähr 400.000 Euro liegen wird, können unter neun Außenlackfarben, sechs Verdecktönen, zehn Ledervarianten und sechs Holzfurnieren wählen - von den Dutzenden anderen Ausstattungsoptionen einmal abgesehen. Seit BMW die Marke Rolls-Royce 1998 übernahm, ist das Drophead Coupé erst das zweite neue Modell nach der Limousine Phantom. Im Luxussegment ticken die Uhren eben ein bisschen langsamer, aber dafür sind sie auch meist vergoldet.
jüp