Rover: Verkaufsgespräche am Gartenzaun - DER SPIEGEL
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Rover Verkaufsgespräche am Gartenzaun

Rover sucht händeringend nach Kundschaft. Inzwischen wird auch der herstellerinterne Geldbeutel hingehalten, um Interessierte für den Neukauf zu gewinnen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In der Pressebranche ist die Masche ganz normal. Man wirbt einen neuen Abonnenten für eine Zeitung oder Zeitschrift, und erhält dafür vom Verlag eine Prämie. Zum Beispiel eine Kaffeemaschine oder eine Staubsauger oder ein 42-teiliges Werkzeugset. Ähnlich funktioniert das auch beim Pay-TV-Sender Premiere oder beim ADAC.

Neu hinzugekommen in den Club der Prämierungswilligen ist nun der Automobilhersteller Rover. Die Briten brauchen dringend Kundschaft, also soll die offizielle Werbung für die Marke durch Mundpropaganda möglichst effektiv unterstützt werden.

Um Rover-Eigner dazu zu motivieren, auch andere Menschen zu Rover-Fahrern zu machen, setzt das Unternehmen erstaunliche Prämien aus. 333 Mark in bar gibt es für denjenigen, der einen Rover-Neukunden wirbt. Voraussetzung: Der Werber muss eine entsprechende Karte mit seiner Adresse und Bankverbindung sowie dem Namen und der Adresse des Geworbenen bei einem Rover-Händler abgeben. Falls sich der Bezirzte dort tatsächlich meldet und es zu einem Autokauf kommt, wird die Prämie überwiesen.

Wer es gleich zweimal schafft, auf diese Weise einen Rover-Neukunden zu werben, kassiert beim zweiten Mal 666 Mark, bei einem etwaigen dritten Mal gar 999 Mark. "Macht zusammen fast 2000 Mark", rechnet Rover vor. "Für drei Freunde, denen Sie eine Freude gemacht haben. Und Sie fliegen dafür zum Beispiel 14 Tage in den Urlaub. Finanziert von uns."

Bis Ende Mai läuft diese Aktion. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie in den kommenden Wochen von Rover-Aktivisten angesprochen und zum Automarkenwechsel gedrängt werden. Vielleicht können Sie dann sogar eine Beteiligung an der Prämie heraushandeln. Dann kann der andere wahrscheinlich nicht in den Urlaub fliegen, doch genug Geld für einen feinen Wochenendausflug im Auto bleibt allemal übrig. Und das muss den Werber doch noch viel mehr freuen - er fährt schließlich einen Rover.