Saab Alcokey: Pustefix am Autoschlüssel - DER SPIEGEL
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Saab Alcokey Pustefix am Autoschlüssel

Schwedische Autohersteller sind bekannt für ihre fortschrittlichen Sicherheitssysteme. Bislang war das meist Technik, die Folgen eines Unfalls abschwächt; jetzt tüftelt Saab an einem Apparat, der Unfälle von vornherein vermeiden soll. Und zwar solche, bei denen Alkohol im Spiel ist.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Alkohol kann ein Genuss sein, Autofahren manchmal auch. Die Kombination von beidem jedoch ist definitiv gefährlich, falsch und auf keinen Fall ein Genuss. Trotzdem wird es immer wieder ausprobiert, und nicht selten endet es tödlich. Im vergangenen Jahr ereigneten sich in Europa etwa ein Viertel aller Autounfälle mit tödlichem Ausgang auf Grund von Trunkenheit im Straßenverkehr. Die schwedische GM-Marke Saab hat sich nun ein System einfallen lassen, mit dem diese erschreckende Ziffer gesenkt werden könnte. Das Ding heißt "Alcokey" und sieht aus wie einer dieser modernen Autoschlüssel - nur etwas größer.

Die Idee ist folgende: Wer Auto fahren möchte, drückt zuerst auf die Fernbedienung des Türöffners, die nicht nur die Fahrertür entriegelt, sondern auch den Alkoholsensor im "Alcokey" aktiviert. Dann muss der Fahrer einmal kräftig in das kleine Mundstück pusten. Der Atem strömt durch ein Röhrchen mit einem Halbleiter-Sensor, der nicht größer ist als ein Stecknadelkopf. Dieses Gerät ermittelt blitzschnell, ob der Fahrer die Promillegrenze eingehalten hat. Wenn ja, leuchtet das grüne Lämpchen am "Alcokey" und die Wegfahrsperre wird freigegeben. Wenn nicht, dann leuchtet ein rotes Licht auf und die Wegfahrsperre bleibt aktiviert.

Derzeit wird das System an der Modellreihe Saab 9-5 erprobt, und zwar mit einem separaten "Alcokey" von etwa zehn Zentimeter Länge. Sollte die Serienherstellung anlaufen, will Saab den Promillewächter deutlich verkleinern und in den Zündschlüssel integrieren. Die Schweden schätzen, dass so ein System etwa 250 Euro kosten würde.

Saab-Chef Peter Augustsson sagt: "Wir sind eine innovative Marke, und der 'Alcokey' führt diese Tradition auf eine sehr praktische und effiziente Weise fort. Denn er wird all denen dienen, die sichergehen möchten, dass sie sich nur dann ans Steuer setzen, wenn sie auch fahrtüchtig sind." Übrigens: Solange die Promillegrenzen noch nicht harmonisiert sind, kann der Alkoholermittler je nach Land auf die gesetzliche Promillegrenze umprogrammiert werden. Ausreden wie: "Mein spanischer 'Alcokey' hielt mich aber noch für fahrtüchtig" sind damit von vornherein sinnlos.