Sbarro-Designstudien Erfindung des (Motor-)Rads
Die unter dem Namen "unité motrice autonome" (autonome Antriebseinheit) weltweit patentierte Erfindung besteht aus einer 23 Zoll großen Spezialfelge, in der ein Motor, ein Wasserkühler mit Ventilator, eine Batterie, ein Auspuff sowie ein Tank untergebracht sind. Nach den Worten ihres Schöpfers ermöglicht diese Konstruktion eine "Revolution im Automobilbau", weil es Designern ganz neue Spielräume bei der Gestaltung der Fahrzeuge erlaubt.
Seit Jahren hatte Franco Sbarro beobachtet, wie die Räder der meisten Autos immer größer wurden und dabei immer mehr Motor-, Innen- und Kofferraum beanspruchten. "Ich begann darüber nachzudenken, wie man das Hohlraumvolumen einer Felge rationeller nutzen könnte." Ein Jahr und mehrere hundert Skizzen später erleben jetzt drei Entwürfe ihre Weltpremiere in Halle 1 des Genfer Autosalons.
Das zweirädrige "monotrace" erinnert dabei an die Motorräder aus Walt Disneys Computergame-Thriller "Tron". Nur sitzt der Fahrer hier aufrecht unter der kuppelförmigen Verkleidung und lehnt sich quasi an das breite Hinterrad. Ebenso futuristisch wirkt das raketenförmige Dreirad mit seinen Stummel-Tragflächen vorn und einem breiten Flügel über dem hinteren Antriebsrad. Dazwischen hockt der Fahrer in einer schmal ausgeschnittenen Kanzel.
Welches Potenzial in Sbarros Erfindung steckt, zeigt aber erst der vierrädrige Prototyp. Sämtliche mechanischen Antriebselemente wie ein 300 PS starker V6-Motor, das Getriebe, ein Differenzial sowie ein Kompressor für die Klimaanlage sind in den hinteren Rädern verbaut, Kühler und Auspuff sitzen quer zwischen den beiden Rädern. So bietet die Karosserie vorne wie hinten je einen Kubikmeter Stauraum. Dazwischen sind vier Sitze installiert, die heruntergeklappt eine ebene Ladefläche von drei Meter Länge freigeben.