Schrempps Bilanz: Gute Autos - schlechte Autos - DER SPIEGEL
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Schrempps Bilanz Gute Autos - schlechte Autos

Die Konzentration auf das Kerngeschäft Automobil hatte sich Jürgen Schrempp bei seinem Amtsantritt als Vorstandschef zum Ziel gesetzt. Während seines Regiments in Möhringen gelangen vor allem der Stammmarke Mercedes beachtliche Erfolge - und Flops so spektakulär wie nie zuvor.
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Hamburg - Die vergangenen zehn Jahre unter dem Vorstandschef Jürgen Schrempp waren für Mercedes die wohl turbulentesten und vor allem schwierigsten seit Bestehen der ältesten Automobilmarke der Welt. Zwischen 1995 und heute explodierte das Angebot an neuen Fahrzeugen mit Stern auf dem Kühler geradezu. Aktuell hat Mercedes 17 Baureihen im Angebot, wobei die kommende R-Klasse sowie die extrem leistungsstarken Versionen des hauseigenen Tuners AMG noch gar nicht extra gezählt sind; und die Modelle der Kleinwagenmarke Smart und die drei Varianten des Luxusliners Maybach gibt es ja auch noch. Im Bestreben, in möglichst allen Marktnischen mit einem eigenen Produkt präsent zu sein, wurde das Angebot immer unübersichtlicher.

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Schrempps Bilanz: Gute Autos, schlechte Autos

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Allerdings blieb, wohl auch weil zu viele Autos zu schnell entwickelt wurden, die Qualität auf der Strecke. Vier offizielle Rückrufaktionen von Mercedes gab es nach der Zählung des Fachmagazins "auto, motor und sport" allein im vergangenen Jahr in Deutschland. In diesem Jahr sorgte im März der größte Rückruf der Unternehmensgeschichte - betroffen waren insgesamt 1,3 Millionen Fahrzeuge wegen einer mangelhaften Software für das elektro-hydraulische Bremssystem SBC - für den bislang verheerendsten Vertrauensverlust in die einstmals sprichwörtliche Mercedes-Qualität. Auch Smart musste erst im Mai 58.0000 Fahrzeuge zurückrufen.

Dem dramatischen Imageverlust durch diese Qualitätsdefizite gegenüber steht ein Imagegewinn in den Kategorien Design und Sportlichkeit. Mercedes wird längst nicht mehr als Marke für Autofahrer mit Hut wahrgenommen. Durch ansprechende Karosserieformen und den Mut zu neuen Fahrzeugkonzepten wie der A-Klasse oder der gerade erst vorgestellten R-Klasse hat der Konzern das gern zitierte Schlagwort vom "Erfinder des Automobils" immer wieder neu mit Inhalt gefüllt. Vielleicht kann der Schlingerkurs des letzten Jahrzehnts unter dem neuen Konzernlenker Zetsche in etwas weniger steil auf- und vor allem abstürzende Bahnen gesteuert werden.

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