Schweiz Vignette fällt von der Windschutzscheibe
Bern - Ohne Vignette für 40 Franken (26 Euro) gibt es keine legale Autobahnfahrt in der Schweiz. Sie gilt bis zu 14 Monate und für Fahrzeuge und Anhänger mit einem Gesamtgewicht von jeweils bis zu 3,5 Tonnen. Doch in diesem Jahr ist es schwer, den teuren grün-braunen Aufkleber für 2005 an der Windschutzscheibe zu präsentieren. Die Vignette löst sich nach einiger Zeit vom Glas, berichteten Schweizer Medien, besonders bei starker Sonneneinstrahlung. Viele Autofahrer hätten deshalb bereits erheblichen Ärger, denn wer ohne Vignette erwischt wird, muss zusätzlich 100 Franken (65 Euro) Buße zahlen.
Fehlerhafte Vignetten könnten bei der Oberzolldirektion eingeschickt werden, berichtete die "Neue Zürcher Zeitung". Die Fahrzeugbesitzer erhielten kostenlos eine neue Vignette. Bisher seien laut der Oberzolldirektion 4,5 Millionen Plaketten verkauft worden, es gäbe wegen des fehlerhaften Klebers 200 Beanstandungen. Warum der Kleber, der seit fünf Jahren von dem gleichen Hersteller produziert wird, in diesem Jahr, mangelhaft ist, hätte bisher nicht geklärt werden können.
Die Gebühr für die Schweizer Autobahnen und einige Nationalstraßen brachte 2004 dem Schweizer Staat 303 Millionen Franken (196 Millionen Euro) ein, die zweckgebunden in den Straßenetat flossen. Doch jedes Jahr gehen der Schweiz 30 Millionen Franken verloren, weil immer wieder Schwindel mit den Aufklebern betrieben wird, wie die Oberzolldirektion mitteilte. Seit 20 Jahren werden pro Jahr etwa siebeneinhalb Millionen Vignetten verkauft.
Jedoch hält nach Beobachtungen der Zöllner der Verkauf mit der Zahl der in der Schweiz verkehrenden Fahrzeuge nicht Schritt. Etwa zehn Prozent der Autofahrer schummeln, wie es heißt. Sie haben entweder gar keine Vignette oder bringen diese so auf der Windschutzscheibe an, dass sie sich entfernen und auf ein anderes Fahrzeug übertragen lässt. Das wird durch den schlechten Kleber in diesem Jahr noch begünstigt.