Schweizer Automarkt: Exotik unter Almen - DER SPIEGEL
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Schweizer Automarkt Exotik unter Almen

Die Schweiz hat nicht nur den Genfer Salon zu bieten, das Alpenland zeichnet sich auch durch andere automobile Besonderheiten aus. Zum Beispiel die Kaufgewohnheiten der Eidgenossen: Nirgendwo sonst in Europa sind Exoten, Luxusausstattungen und Geländewagen so beliebt.
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Das vergangene Jahr, da sind sich Beobachter sicher, wird in die Schweizer Auto-Geschichtsschreibung eingehen - als das Jahr der Rückkehr von VW. Nach 17 Jahren auf Rang zwei der Zulassungsstatistik gelang es den Wolfsburgern endlich wieder, Opel vom Thron zu stoßen. Die Regentschaft der Rüsselsheimer dauerte damit noch länger als die von Ex-Kanzler Helmut Kohl. Insgesamt wurden 1999 knapp 310.000 Neuwagen in der Schweiz verkauft, eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Und für das laufende Jahr werden erneut Zuwächse erwartet: 325.000 Neuwagen sollen abgesetzt werden.

Was ist anders zwischen Basel und Genf? In der kleinsten Klasse gehört der Smart zu den großen Gewinnern. Von dem Miniauto wurden 1999 mehr als 5000 Exemplare verkauft - was unter anderem daran liegt, dass der Pkw-Zwerg noch immer ein wenig als Schweizer Erfindung gilt, denn schließlich kam Uhren-König Nicolas Hayek als Erster auf die Idee eines "Swatch-Mobils", das in den Smart mündete.

Aber es gibt auch noch andere Besonderheiten: "Hier zu Lande werden vor allem die teuren Versionen gekauft, Basisvarianten sind dagegen so gut wie unverkäuflich", sagt Autojournalist Marcel Weber vom "Tages-Anzeiger" in Zürich. Natürlich ist auch die Stärke der französischen Marken ein Kennzeichen des Schweizer Marktes, wo Renault im vergangenen Jahr Platz drei in der Zulassungsstatistik ergatterte. Allerdings drängt Toyota stark nach, denn die Japaner, die Mitte der neunziger Jahre deutlich Marktanteile einbüßten, melden sich allmählich wieder zurück.

Auch einige "exotische" Marken wie Cadillac, Chevrolet oder Chrysler sind bei den Eidgenossen beliebt wie kaum sonst wo in Europa. Branchenkenner Weber: "Das hat auch etwas mit Nostalgie zu tun. Aber vor allem sind die US-Autos bequem und billiger als zum Beispiel ein Mercedes mit vergleichbarer Ausstattung." Relativ hoch sind auch Luxusmarken wie Ferrari (250 Neuwagenverkäufe pro Jahr) und Maserati (135) vertreten. Und auch Autos aus Korea sind in der Schweiz beliebt ­ sie stellen rund drei Prozent des Gesamtmarktes.

Selbst die geographischen Gegebenheiten spiegeln sich im Pkw-Sektor, denn mit mehr als 16 Prozent Allradlern unter allen Neufahrzeugen nimmt die Schweiz auch in dieser Kategorie einen Spitzenplatz ein. Der Grund sind die Berge, in denen insbesondere im Winter ein Allradmodell beinahe schon zur mobilen Grundausstattung gehört.