Seats Imageoffensive: A wie Altea - oder Audi - DER SPIEGEL
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Seats Imageoffensive A wie Altea - oder Audi

Der neue Seat Altea fährt in die Händler-Schauräume. Und so ungewöhnlich der spanische Kompaktvan auch aussieht, etwas Vertrautes hat er doch: die As im Namensschriftzug. "Die haben wir von Audi bekommen", sagt der deutsche Seat-Geschäftsführer Michael Grosche.
Von Frank Wald
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Die Letter-Leihgabe kommt nicht von ungefähr. Schließlich ordnen sich die Spanier seit der strategischen Neuausrichtung des VW-Konzerns der Audi-Markengruppe zu, die den sportlichen Teil der Konzernpalette abdecken soll. Und der Altea ist das erste Produkt, das vollständig unter dem Dach der Audi-Markengruppe entwickelt wurde. "Wir sind die sportliche Marke im VW-Konzern mit fairem Preis-Leistungsverhältnis", sagt Michael Grosche. Womit selbstverständlich nicht auf die Premium-Preise des bayerischen Markenbruders angespielt wird. Der deutsche Statthalter sieht Seat vielmehr in Konkurrenz zu den heimischen und französischen Wettbewerbern.

Entsprechend soll auch der neue Kompaktvan nicht gegen VW Touran antreten, sondern Ford C-Max und Opel Zafira oder Renault Scenic und Citroën Picasso herausfordern. "Wie erwarten eine Eroberungsquote bis zu 75 Prozent", sagt Grosche, in Zahlen heißt das: 10000 Autos noch in diesem Jahr. Zuversicht gibt ihm dabei ein stetig wachsender Van-Markt in Deutschland, allein von Januar bis April diesen Jahres um 48 Prozent. Jedes neunte verkaufte Auto hier zu Lande hat inzwischen diese Karosserie-Form

Für seine Eroberungstour bringt der Altea mit der frischen, von Walter de Silva kreierten Seat-Formensprache ganz sicher die richtigen Voraussetzungen mit: markant konturierte Motorhaube mit auffällig platziertem Kühlergrill zwischen den "Luchsaugen", die dynamisch gespannte Seitenlinie mit der schwungvoll gezogenen Blechfalte und der coupé-ähnliche Dach- und Heckabschluss. Kein anderer Van der Kompaktklasse kommt derzeit so dynamisch und schwungvoll daher. Noch bevor der Altea auf dem Markt war, hat er schon die Designpreise "Autonis" und "red dot: best of the best" sowie eine Auszeichnung vom Verband Europäischer Designer eingefahren.

Zur tollen Erscheinung kommen moderne Technik und Motoren aus dem VW-Regal, wie etwa die elektromechanische Servolenkung, Mehrlenkerhinterachse, Direktschaltgetriebe mit integrierter Doppelkupplung sowie die zwei FSI-Benzindirekteinspritzer mit 102 und 150 PS und die beiden TDI-Turbodiesel mit 105 und 140 PS. Eine exklusive Seat-Entwicklung sind die gegenläufigen Scheibenwischer, die sich unter den Blenden der vorderen Karosseriesäule verstecken. Das sieht nicht nur gut aus, sondern vermindert auch die Windgeräusche.

Was weniger gut aussieht, ist der Innenraum. Fünf Personen finden zwar bequem Platz, aber dann auch nur noch 400 Liter Gepäck. Und die Variabilität des Vans erschöpft sich mit dem Umlegen der Rücksitze. Da können die Konkurrenten mit ihren Schiebe-Klipp-Klapp-Mechanismen weitaus mehr aufbieten. Und auch das Cockpit ist zwar übersichtlich und geräumig, dürfte aber im Sinne des neuen Markenauftritts etwas sportlich-flotter akzentuiert sein.

Konkurrenzfähig sind dagegen wiederum die Preise. Ab 16.890 Euro kostet die Basisversion mit 1,6-Liter-FSI-Motor, von dem Seat auch das größte Absatzvolumen mit 40 Prozent erwartet. Die Preisliste endet bei 24. 270 Euro für den 2-Liter-TDI mit DSG-Getriebe.

Parallel zum Altea soll noch ein weiteres Modell den neuen spanischen Sportsgeist beflügeln. Der Ibiza Cupra setzt die Riege der Supersportler bei Seat fort. Zur Auswahl stehen zwei Motoren: ein 1,8-Liter-Turbo mit 180 PS sowie ein 1.9 TDI mit 160 PS. Der Diesel ist der leistungsstärkste der Unternehmensgeschichte - und seiner Fahrzeugklasse. Die beiden neuen Modellvarianten werden ausschließlich als Dreitürer angeboten. Der TDI ist bereits bestellbar, die Version mit dem 1.8 20VT folgt im September 2004. Beide Autos kosten gleich viel, nämlich 20.960 Euro.