Simulations-CD gegen Raserei Sorry, Sie sind tot
Duisburg - Die "Anti-Raser-CD" wurde vom Institut der Physikdidaktik an der Universität Duisburg und der Polizei Mülheim entwickelt. Drei Jahre lang hat Andre Bresges, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule, zusammen mit Studenten an dem Modellprojekt gearbeitet. Ab Mitte März soll es das erste Mal in Nordrhein-Westfalen angewendet werden.
Die Computersimulation zielt auf eine Schockwirkung ab. Wird ein Raser per Radarkontrolle durch die Polizei von der Straße geholt, muss er vor Ort auf einem Laptop ansehen, welche Konsequenzen seine Raserei haben könnte. Das Programm funktioniert zunächst wie ein Computerspiel: Der Verkehrssünder sieht ein fahrendes Auto. Erscheint ein Hindernis auf dem Bildschirm, muss der Fahrer per Knopfdruck auf die Bremse treten. Das Programm zeigt dann sowohl den Brems- und Anhalteweg bei normaler als auch bei überhöhter Geschwindigkeit.
Die Ergebnisse der simulierten Raserei sollen nachdenklich machen. Denn im schlimmsten Fall spielt sich der eigene Unfalltod vor dem Auge des Fahrers ab - zum Glück nur auf dem Bildschirm. Denn bei höherer Geschwindigkeit ist der Anhalteweg erheblich verlängert und die Aufprallgeschwindigkeit erhöht. "Die meisten Fahrer werden ganz ruhig, wenn sie das Ergebnis der Simulation sehen", sagte Bresges nach ersten Praxistests.
Diesen Aha-Effekt will die Polizei für sich nutzen. Vor allem junge Fahrer sollen damit von der Raserei weggeführt werden. Deshalb soll die "Anti-Raser-CD" auch im Verkehrsunterricht an Schulen eingesetzt werden. Zunächst werden landesweit 60 CDs an Polizeibehörden, Bezirksregierungen und Aus- und Weiterbildungseinrichtungen der Polizei verteilt. Über Nordrhein-Westfalens Grenzen hinaus soll das Projekt vorerst nicht ausgeweitet werden.