Spartipp "Stinker" jetzt mit Kat nachrüsten
Stuttgart - Viele ältere Pkw-Modelle können durch eine Katalysator-Nachrüstung in eine bessere Schadstoff- und damit eine günstigere Steuerklasse gelangen. Dies sei für die Mehrzahl der schätzungsweise 17 Millionen Halter betagter Autos in Deutschland angesichts der massiven Erhöhung der Kfz-Steuer für ihr Fahrzeuge ab 2005 eine Kosten sparende Perspektive, hebt der Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart hervor.
"Relativ preiswert und mit wenig Aufwand" ließen sich Euro-1-Fahrzeuge technisch so umrüsten, dass sie anschließend die Euro-2 oder teils sogar die Euro-3-Norm erfüllen. Besonders interessant sei das Nachrüst-Angebote für Fahrzeughalter, die ohnehin ihren defekten Kat austauschen müssen. Wichtig sei zudem die Überlegung, wie lange das Auto noch betrieben werden solle.
Für ältere Fahrzeuge erhöht sich laut ACE der Kfz-Steuersatz ab dem neuen Jahr um mindestens 4,29 Euro pro 100 Kubikzentimeter Hubraum. Für eine Limousine mit zwei Litern Hubraum kämen damit über 85 Euro höhere Steuerlast zusammen. Die so genannten Upgrade-Katalysatoren kosteten dagegen inklusive Einbau zwischen 150 und 230 Euro, rechnete der Autoclub vor. Die nachträgliche Abgasreinigung amortisiere sich somit in der Regel nach zwei bis drei Jahren - je nach Hubraumklasse und derzeitiger Steuerlast.
Der Einbau sollte jedoch von Fachwerkstätten vorgenommen werden, rät der Club. Dann sei weder davor noch danach eine Vorführung des Fahrzeugs beim TÜV erforderlich. Nach Clubangaben wird in der Fachwerkstatt vor Einbau des Systems eine Abgasuntersuchung (AU) vorgenommen und auch der Katalysator getestet. Nach der Montage füllt die Werkstatt eine Einbaubescheinigung aus. Diese ist zusammen mit der Allgemeinen Betriebserlaubnis und dem Ergebnis der Abgasuntersuchung an die Zulassungsstelle weiterzuleiten. Die Behörde überprüft die Angaben und trägt die neue Schadstoff-Schlüsselnummer in die Fahrzeugpapiere ein. Das kostet allerdings bis zu 16 Euro. Die Zulassungsstelle informiert dann automatisch das Finanzamt, das dem Fahrzeughalter einen geänderten Steuerbescheid ausstellt.
Der ACE empfiehlt, die Zweckmäßigkeit einer Umrüstung auch unter dem Aspekt zu erwägen, dass sich durch die Abgasreinigung der Wiederverkaufswert des Wagens erhöhen könne. Tätig werden sollten auch Halter, deren Autos bereits die Euro-2-Normen erfüllen, steuerlich aber noch nach der Euro-1-Norm abgerechnet werden. Wer da Zweifel habe, könne sich bei seiner Autowerkstatt erkundigen. Die Zulassungsstellen tragen die eventuell günstigere Emissionsklasse dann nachträglich in die Fahrzeugpapiere ein. Die Gebühr dafür beträgt laut ACE etwa 35 Euro.