Ssangyong Kyron Wachstum durch Kampfpreise
Die Marke Ssangyong rangiert in Deutschland unter ferner liefen. Im vergangenen Jahr wurden vom Modell Rexton lediglich 273 Exemplare hierzulande abgesetzt. In den ersten neun Monaten dieses waren es dann immerhin schon 949 Modelle der Baureihen Rexton, Rodius und Musso. "2005 werden wir mit der Verdreifachung unserer Verkäufe auf über 1300 Fahrzeuge die wachstumsstärkste Marke in Deutschland sein", prahlt Jürgen Schmitz, Geschäftsführer der Ssangyong Motor Deutschland GmbH. Und im nächsten Jahr soll es in diesem Tempo weitergehen. Der Grund dafür heißt Kyron und ist ein neuer Kompaktgeländewagen. Schmitz: "Mit diesem Modell werden wir diese Verkaufszahlen in 2006 schlicht verdoppeln. Wir peilen allein für den Kyron die 2000er-Marke an."
Das ist ein hehres Ziel, und aufgrund des Basispreises von 23.900 Euro für das Auto, das grundsätzlich mit einem Dieselmotor bestückt ist, lässt es sich wohl auch erreichen. In der Basisversion fährt der Kyron - der Name setzt sich in der Ssangyong-Sprache aus dem griechischen Begriff ky (unbegrenzt) und dem englischen Wort run (laufen) zusammen - mit Heckantrieb vor; die Varianten mit elektrisch zuschaltbarem Allradantrieb und Geländeuntersetzung werden ab 26.900 Euro angeboten. Beim Motor handelt es sich um einen 2-Liter-Vierzylinder mit Commonrail-Direkteinspritzung und Abgasturbolader, dessen lizenzierte Grundversion von Mercedes stammt. Im Kyron entwickelt der Selbstzünder 141 PS (104 kW) und ein maximales Drehmoment von 310 Newtonmeter.
Aufgrund ihrer Abgaswerte kommt die Maschine nicht über die Euro-3-Abgasnorm hinaus; ein Rußpartikelfilter soll gegen Aufpreis angeboten werden, teilt Ssangyong mit. Den Durchschnittsverbrauch gibt der Hersteller mit 7,7 Liter je 100 Kilometer an, die Höchstgeschwindigkeit mit 167 km/h und das Beschleunigungsvermögen mit 16,2 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Diese Werte beziehen sich auf die Version mit Fünfgang-Schaltgetriebe. Wer das Auto mit Fünfgang-Automatik (Aufpreis 1950 Euro) wählt, muss mit einem höheren Verbrauch rechnen, kann dafür aber rund zwei Sekunden schneller auf 100 km/h beschleunigen.
Ssangyong möchte zur koreanischen Designmarke werden
"Ssangyong zielt darauf ab, sich zu der koreanischen Designmarke zu entwickeln", heißt es im Text zum neuen Auto. Damit das auch auffällt, haben sich die Stylisten des Hauses einige Besonderheiten ausgedacht: Der vordere Stoßfänger beispielsweise ist von drei Lüftungsschlitzen unterbrochen, an den Flanken gibt es mehrere Schwünge, die der Karosserie Wucht und Solidität verleihen sollen und im Innenraum vermischt sich klares Bauhaus-Design mit etwas schräg angeordneten Bedienknöpfen. Jedenfalls bemüht sich der Kyron ums Anderssein, und es gelingt ihm ganz gut. Jedenfalls wesentlich besser als dem Van Rodius, der derartig anders geraten ist, dass schon fast wehtut.
Das dem neuen Kyron zugrunde liegende Konstruktionsprinzip mit einem klassischen Leiterrahmen ist ebenso altmodisch wie solide. Die Größenverhältnisse im Innenraum sind ansprechend, das Gepäckabteil lässt sich durch Umklappen der Rücksitzlehnen zwischen 625 und 2322 Liter Fassungsvermögen variieren. Ausgestattet ist der 4,66 Meter lange und knapp zwei Tonnen schwere Wagen ab Werk mit Klimaanlage, elektrischen Fensterhebern vorn und hinten, Lederlenkrad, Nebenscheinwerfern und Leichtmetallrädern. Dazu kommen ABS und vier Airbags - ESP kostet im Einstiegsmodell 650 Euro Aufpreis, die Allradmodell haben das Sicherheitssystem serienmäßig an Bord.