Stiftung Warentest: Auch günstige Kindersitze sind sicher - DER SPIEGEL
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16 Modelle im Test Auch günstige Kindersitze sind sicher

Autokindersitze sollen bei einem Unfall schützen. Das tun die meisten auch, wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest ergab. Nur zwei Modelle von 16 fielen durch.
Junge im Kindersitz - Symbolfoto
Junge im Kindersitz - Symbolfoto

Junge im Kindersitz - Symbolfoto

Foto: imago/Westend61
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Die meisten Autokindersitze sind sicher. In einem aktuellen Test von ADAC und Stiftung Warentest schneiden zwölf von 16 geprüften Sitze mit "gut" ab. Zwei waren "befriedigend". Zwei Kindersitze fielen mit einem "Mangelhaft" durch, weil sie zu wenig Schutz bieten: Der "Recaro Optia mit Smart Click Base" löste sich beim simulierten Frontalcrash mit Tempo 64 von seiner Basis. Der geprüfte "Jané Grand" riss aus der Verankerung. Beide Ergebnisse hatte die Stiftung Warentest vorab im Juli veröffentlicht.

Recaro-Kindersitz, der sich beim Crashtest aus seiner Basis gelöst hat

Recaro-Kindersitz, der sich beim Crashtest aus seiner Basis gelöst hat

Foto: Stiftung Warentest

Die gute Nachricht: Die Qualität des Sitzes wird nicht vom Preis bestimmt. Geeignete Sitze sind zwischen 110 und 700 Euro zu bekommen.

Zu den Testkandidaten zählten sowohl Sitze der i-Size-Norm ECE R 129 nach Körpergröße als auch solche, die nach Körpergewicht zugelassen sind (ECE R 44). Sind Kinder jünger als zwölf Jahre oder kleiner als 1,50 Meter, schreibt der Gesetzgeber für sie einen Kindersitz fürs Auto vor.

Für die sichere Fahrt im Auto gelte folgende Faustformel: Babys und Kleinkinder sollten mindestens bis zum Alter von etwa 15 Monaten rückwärts gerichtet in einer Babyschale im Auto transportiert werden. Erst dann könnten sie ihren Kopf selbst stützen. Spätestens wenn der Kinderkopf über den Schalenrand herausragt, müsse ein größerer Sitz her. Einige der größeren Sitze können etwa über das Verstellen der Rückenlehnhöhe mitwachsen. Allgemein sollten Kindersitze möglichst lange entgegen der Fahrtrichtung montiert werden, um das Verletzungsrisiko zu reduzieren.

Dazu eigne sich etwa ein i-Size-Sitz, der dies bis zu einer Größe von 1,05 Metern ermöglicht. Dann seien Kinder ungefähr vier Jahre alt. Allerdings: Oft sind die Beine der Kinder schon mit zweieinhalb Jahren zu lang, um noch angenehm rückwärtsgewandt fahren zu können.

Die besten neuen Sitze in den einzelnen Kategorien:

  • Bis maximal 105 Zentimeter (i-Size): Hier gewinnt der "Cybex Aton M i-Size mit Base M i-Size" für 350 Euro mit einem "Gut" (Note 1,6). Platz zwei belegt der "Cybex Aton M i-Size" für 200 Euro (1,8) vor dem 450 Euro teuren "GB Vaya i-Size" (2,3).
  • Geburt bis maximal 13 Kilo: Hier hat der "Recaro Guardia mit Smart Click Base" die Nase vorn (1,8) und kostet 370 Euro. Dahinter folgen der "Recaro Privia Evo mit Smart Click Base" (1,8) für 330 Euro sowie der "Recaro Guardia" (1,9) für 220 Euro. Alle drei sind "gut".
  • Geburt bis maximal 18 Kilo: Hier war nur der "Klippan Kiss 2 Plus" für 500 Euro im Test, er schnitt "gut" ab (2,5).
  • Neun bis 36 Kilo: Der "Concord Vario XT-5" für 370 Euro erweist sich als "befriedigend" (3,0).
  • 15 bis 36 Kilo: Der "Maxi-Cosi Rodi XP" (1,9) für 140 Euro liegt vor dem "Maxi-Cosi Rodi XP Fix" (2,1) für 150 Euro. Beide sind "gut".

Die beiden Hersteller mit den mangelhaft getesteten Kindersitzen kommen ihren Kunden entgegen. Laut Stiftung Warentest verkauft Recaro das betreffende Modell nicht mehr und tauscht vorhandene Exemplare aus. Jané hält sein Modell weiterhin für sicher. Der Hersteller belasse das Modell im Programm, biete aber eine kostenlose Reparatur an, wie die Stiftung Warentest berichtet.

In der Datenbank der Stiftung Warentest befinden sich mittlerweile fast 420 geprüfte Kindersitze, die Ergebnisse sind hier  abrufbar.

mhu/AFP/dpa