Studie: Die Deutschen lieben starke Autos - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Studie Die Deutschen lieben starke Autos

Appelle an das Umweltgewissen haben nur geringe Wirkung: Die Autofahrer in Deutschland bevorzugen weiterhin Autos mit besonders starken Motoren, wie aus einer Studie der Uni Essen/Duisburg hervorgeht. Immerhin werden die Boliden sauberer - der CO2-Ausstoß sank trotz zunehmender Leistung.
Mercedes Benz 250 CDI: Hohe Leistung, üppiges Drehmoment und geringer Verbrauch
Mercedes Benz 250 CDI: Hohe Leistung, üppiges Drehmoment und geringer Verbrauch

Mercedes Benz 250 CDI: Hohe Leistung, üppiges Drehmoment und geringer Verbrauch

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Eine E-Klasse mit Zwei-Liter-Motor? Genügt eigentlich. Immerhin absolviert der Mercedes den Spurt von Null auf Hundert locker unter zehn Sekunden. Und trotzdem - in Deutschland schielen die Autokäufer doch lieber auf die stärkere Maschine. In den ersten vier Monaten des Jahres kam ein Neuwagen im Durchschnitt auf 134 PS, ein Jahr zuvor waren es noch 130 PS. Das ergab eine Studie von Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Fachbereichs Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen.

Vor allem die starke Nachfrage nach Autos mit Dieselmotor habe die PS-Zahl nach oben getrieben, zitiert die Tageszeitung "Die Welt" aus der Studie. Seit Jahren steigt die Motorleistung neuer Modelle, nur 2009, im Jahr der Abwrackprämie, gab es eine Ausnahme. Das hing damit zusammen, dass Kleinwagen mit geringerer Leistung in großer Zahl zugelassen wurden.

Der Dieselanteil in Deutschland stieg dem Bericht zufolge in dem Zeitraum auf 46,6 Prozent - nach 41,9 Prozent im Vorjahreszeitraum. Damit gehe die PS-Zahl der in Deutschland verkauften Neuwagen insgesamt hoch. Sportliche Geländewagen hätten besonders oft Dieselmotoren unter der Haube, und mittlerweile gehörten 13,6 Prozent aller Neuwagen in Deutschland zu dieser Fahrzeugklasse.

Der Trend zu starken Motoren bedeutet dem Bericht zufolge aber nicht, dass der Verbrauch steigt und mehr CO2 freigesetzt wird. Nach einer Berechnung des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), die der Zeitung vorlag, sank in den ersten vier Monaten der CO2-Ausstoß bei den Marken deutscher Hersteller um 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 148,1 Gramm pro Kilometer.

Nur - die Ersparnis könnte viel größer sein, denn die leistungsschwächeren Motoren wurden in gleichem Maße genügsamer.

mik/dpa

Mehr lesen über