Suzuki Automobile Image reloaded
"Der Marke fehlt das Image", sagt Patrick Schroembgens und lächelt. Es ist sein Job, das zu ändern. Seit 1. Januar arbeitet er in der Europazentrale von Suzuki Automobile im hessischen Bensheim als Verantwortlicher für Produktmanagement und Marketing. Die große Leere hinter dem Namen Suzuki ist seine Chance. "Es gilt, diese sympathische Neutralität zu füllen", sagt er. Dann zählt er auf, wie Suzuki in Zukunft wahrgenommen werden soll: selbstbewusst und familienfreundlich, als aufgeschlossen und ehrlich.
Zuerst aber muss Suzuki erst einmal in die Köpfe der Deutschen hinein. "Der Bekanntheitsgrad von Suzuki als Motorradmarke liegt hier zu Lande bei 98 Prozent, als Automarke dagegen bei nur 17 Prozent", sagt Schroembgens. Das soll sich jetzt so schnell wie möglich ändern. Zum Beispiel mit der Hilfe des Fußball-Bundesligisten SC Freiburg, den Suzuki ab 1. Juli als Hauptsponsor unterstützt und - zunächst für ein Jahr - auf dessen Spielertrikots und Banden am Spielfeldrand Suzuki für seine Produkte werben wird.
Dazu kommt das "Projekt 20+". Suzuki hat nämlich ermittelt, dass das Durchschnittsalter der Kunden bei 51 Jahren liegt. Gerne würden die Japaner jedoch, wie weiland in den achtziger Jahren, auch die jüngeren Autofahrer stärker ansprechen. Deshalb tritt Suzuki als Sponsor von Veranstaltungen wie "Rock am Ring", dem größten Open-Air-Festival Europas am Nürburgring, den BMX-Weltmeisterschaften in Köln sowie den Motorcross Freestyle World Championships in Hamburg in Erscheinung.
Mit dem Engagement bei derlei Trendsportarten, für die Bereiche Surfen und Snowboard werden noch Partner gesucht, möchte Suzuki vor allem die Führerscheinneulinge auf sich aufmerksam machen. Das Modellprogramm passt dazu, es umfasst ausschließlich Klein- und Kompaktautos sowie Geländefahrzeuge, deren Preise zwischen 7650 und 26.950 Euro liegen. Nur kennt eben bislang kaum einer Autos wie den Alto, den Ignis, den Liana oder den Jimny. Letzterer gilt als Nachfolger der einstmals kultigen LJ-Serie, und prompt bietet ihn Suzuki nun als Sondermodell "Rock am Ring" an. Das Auto im Offroad-Look mit zuschaltbarem Allradantrieb und 1,3-Liter-Benziner (80 PS / 59 kW) bietet robuste Technik und rustikales Design, hinkt jedoch in der Kategorie Sicherheit hinterher, denn es sind nur zwei Frontairbags verfügbar (Preis: 15.355 Euro).
Weil Suzuki das gerade abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Rekordumsatz abschloss, setzt das Unternehmen nun auf Expansion. In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 24.500 Fahrzeuge verkauft, 2006 soll der Absatz auf 50.000 hochschnellen. "Wir wissen, dass das Ziel hoch gesteckt ist, aber wir sind überzeugt, dass wir es erreichen können", sagt Suzuki-Sprecher Axel Seegers. Seine Rechnung hört sich ganz einfach an: "Derzeit verkaufen unsere 370 Händler rund 70 Autos pro Jahr. In zwei Jahren wollen wir 550 Händler haben, die jeweils etwa 100 Fahrzeuge pro Jahr verkaufen."
Was nach Marketing-Mathematik für Einsteiger klingt, meint Suzuki ernst. Zumal jedes Jahr ein komplett neues Modell auf den Markt kommen soll, Anfang 2005 zum Beispiel ein Kleinwagen als Nachfolger für den Swift, im Jahr darauf ein neuer SUV, wieder ein Jahr später ein Sport-Crossover-Modell. Suzuki beweist mit diesen ehrgeizigen Plänen auf jeden Fall eines: Der Optimismus am Standort Deutschland ist noch nicht ausgestorben.