Tankstellen Kartellamt nimmt Preissenkungen unter die Lupe
Mit ihren Nachforschungen wollen die Wettbewerbshüter dem Vorwurf mittelständischer Tankstellenbetreiber nachgehen, sie würden durch die niedrigen Preise der fünf großen deutschen Gesellschaften in ihrer Existenz gefährdet. Ein Sprecher der Bonner Behörde bestätigte, dass die Mineralölgesellschaften Esso, Aral, BP, Shell und DEA ein Schreiben erhalten haben. "Es handelt sich zunächst um ein Auskunftsersuchen", sagte der Sprecher.
An den Tankstellen sind die Preise seit Mitte des vergangenen Monats um mehr als zehn Pfennig je Liter gesunken. In der Branche wird das allgemein auf die Payback-Karte der DEA zurückgeführt. Aufgrund des Rabattsystems bekommen Barzahler den Sprit rein rechnerisch um einen Pfennig je Liter billiger als normal.
Daraufhin legten sich die übrigen Wettbewerber, an der Spitze Marktführer Aral, um einen Pfennig unter die DEA-Preise und setzten damit eine Preisspirale nach unten in Gang. Nach Angaben des Bundesverbandes mittelständischer Mineralölunternehmen (Uniti) liegen die Preise an den Tankstellen um bis zu zehn Pfennig unter den Abgabepreisen der Raffinerien.
Das Kartellamt stützt seine Anfrage auf eine Vorschrift im Kartellgesetz, nach der große Unternehmen ihre kleineren Konkurrenten nicht "unbillig behindern" dürfen. Eine Aral-Sprecherin bezeichnet den Preiskampf dagegen als Wettbewerb in Reinform, der durch die DEA ausgelöst worden sei. Die Mineralölgesellschaften verfolgten nicht das Ziel, den Mittelstand zu verdrängen.