Tata Emo: Stromstoß im Sonderangebot - DER SPIEGEL
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Tata Emo: Sonderangebot mit E-Antrieb

Foto: Tata Technologies

Tata Emo Stromstoß im Sonderangebot

Wer ein Elektroauto fahren möchte, braucht nicht nur Vertrauen in die Akkutechnik, sondern auch eine Stange Geld.  Dass es viel billiger geht, demonstriert jetzt der indische Anbieter Tata auf der Autoshow in Detroit.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mit dem Kleinstwagen Nano hat der indische Autohersteller Tata Motors bereits den Preiskracher in Sachen Autos im Angebot. Das Mobil mit den Kinderwagenrädern kostet umgerechnet rund 2000 Euro und gilt - jedenfalls bis der Konkurrent Bajaj das geplante Modell Re 60 für noch weniger Geld tatsächlich auf den Markt bringt - als das billigste Auto der Welt. Nun dreht Tata auch bei den Elektroautos die Preisschraube nach unten.

Auf der Autoshow in Detroit zeigt die Forschungsdependance Tata Technologies aus Novi im US-Staat Michigan die Elektroauto-Studie Emo. Der Hightech-Faustkeil verfügt über vier Türen, vier Sitzplätze, eine bis weit ins Dach reichende Frontscheibe und natürlich einen Elektroantrieb, über den der verantwortliche Ingenieur Nigel Giddons jedoch keine Details preisgeben möchte - nur die Reichweite (160 Kilometer) und die Höchstgeschwindigkeit (100 km/h).

Gerne jedoch sprechen die Tata-Leute über das clevere Gesamtkonzept des Autos, das binnen acht Monaten zum jetzt gezeigten Ausstellungsstück reifte. Um Gewicht und Kosten zu sparen, gibt es beispielsweise keine Heckklappe. Wer Gepäck transportieren möchte, muss den Fond nutzen, und hat dann eben weniger Sitzplätze übrig. Damit ein- und aussteigen oder be- und entladen leichter funktionieren, sind die schmalen hinteren Türen auch hinten angeschlagen, eine B-Säule gibt es nicht. Dennoch, meldet Tata, erfülle die Studie sämtliche US-Crash-Normen.

Das Interessanteste am Emo aber ist der Preis: Der Wagen würde maximal 20.000 Dollar kosten, umgerechnet also etwa 15.700 Euro. Rechnet man die 7500 Dollar Zuschuss ein, die es in den USA beim Kauf eines Elektroautos gibt, wäre der Emo gar für umgerechnet 9800 Euro erhältlich. So viel kostet hierzulande die einfachste und natürlich konventionell motorisierte Variante des neuen VW Up. Elektroautos wie Peugeot iOn (29.393 Euro) oder der kommende Opel Ampera (48.200 Euro) sind weitaus teurer. Wann das Billig-E-Auto von Tata kommt? Möglicherweise nie, denn bisher sei das Modell Emo eine reine Machbarkeitsstudie, heißt es.

jüp