Technik Sprachgesteuerte Navigationssysteme sind nicht nachtragend
Orientierungslosen Autofahrern sind Navigationssysteme schon lange eine Hilfe in der Not. Da sie aber per Hand zu bedienen sind - ebenso wie Radio, CD-Wechsler, Klimaanlage oder Sitzheizung - können sie den Fahrer schnell ablenken. Im Extremfall kann der Knöpfe-Wust vielleicht auch schon mal zur Überlastung führen. Dank der neuen Navigationssysteme braucht sich der gestresste Fahrer nicht mehr unter tausend Knöpfe zu entscheiden, sondern kann seinen Wunsch einfach laut aussprechen.
Sprachgesteuerte Navigationssysteme in Wagen von General Motors, Jaguar und BMW gehörten bis jetzt eher zur Sonderausstattung der Luxusklasse. Nun kann Honda ein solches Navigationssystem vorweisen, das von 2003 an in den Mittelklassewagen Accord installiert werden soll. Zusammen mit IBM hat der Autohersteller ein System entwickelt, das sich auf das globale Positionsbestimmungssystem GPS stützt und auf mündliche Fragen des Fahrers reagiert.
Das schlaue Gerät, das auf IBMs Spracherkennungs-Software ViaVoice basiert, wird dann 150 Wörter und unterschiedliche Akzente verstehen können. Das lässt freilich keine geistig anregende Diskussion zu, die Frage nach dem Weg wird es aber beantworten können. Eingebaute Mikrofone filtern den Motoren- und Straßenlärm und vermeiden so Verständnisprobleme - schließlich will auch ein Navigationssystem nicht angeschrieen werden. Damit sich das System überhaupt angesprochen fühlt, muss der Fahrer zunächst einen Knopf am Lenkrad drücken und dann seine Frage stellen. Eine freundliche Stimme leitet den Hilfesuchenden dann zur nächsten Tankstelle, zur Bank oder im Falle völliger Orientierungslosigkeit auch zurück nach Hause.
Übrigens haben die neuen Systeme noch etwas Gutes: Sie sind nicht nachtragend, wenn sie angeschnauzt werden. Und sie werden niemals einen Ehekrach vom Zaun brechen.
Von Isabell Zierfuß