Techno Classica: Alte Liebe - trotz Rost - DER SPIEGEL
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Techno Classica Alte Liebe - trotz Rost

Die Techno Classica, die in diesem Jahr zum 18. Mal in den Messehallen in Essen stattfindet, gilt als die größte Oldtimer-Schau der Welt. Zu der Veranstaltung werden mehr als 1000 Aussteller aus 18 Nationen und rund 150.000 Besucher erwartet.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In Zeiten der technischen und zum Teil auch optischen Annäherung der Autos wird es immer schwieriger, Typen voneinander zu unterscheiden und Marken bestimmte Eigenschaften zuzuordnen. Weil aber Image und Ausstrahlung einer Marke immer wichtiger werden, um so etwas wie Kundenbindung zu schaffen, nehmen die meisten Hersteller ihre Historie verschärft in den Blick. Ein Indiz dafür ist die seit Jahren stetig wachsende Messe Techno Classica (6. bis 9. April), deren Veranstalter vom weltweit größten Forum für klassische Automobile sprechen.

Die Firmen nehmen diese Chance gerne wahr, um mit betagten, meist chromblitzenden und manchmal auch leicht angerosteten Pkw-Preziosen das Markenimage durch Schwärmereien à la "Das waren noch Autos damals" zu stärken. Mercedes etwa macht die Messebesucher in diesem Jahr gleich in Halle 1 auf sein neues Museum aufmerksam, das am 20. Mai offiziell eröffnet wird. Aus diesem Anlass stellen die Stuttgarter in Essen den Original-Patent-Motorwagen von Carl Benz aus dem Jahre 1886 aus - und dazu die aktuelle Studie "Bionic Car", ein skurril geformtes Fahrzeug, das der äußeren Form des Kofferfischs nachempfunden ist.

In Halle 12 feiert BMW seine Roadster-Modelle Z1, Z3, Z4 und Z8 und zeigt zudem eine Ausstellung zum 30. Geburtstag der 6er-Coupés. Die Halle 7 wiederum ist komplett vom VW-Konzern belegt. Zu sehen gibt es dort unter anderem den Rekordwagen VW W12 Nardo, der vor vier Jahren einen Weltrekord im "Dauerglühen" aufgestellt hat; das Auto fuhr 24 Stunden lang mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 322,89 km/h.

 Audi geht viel weiter in die Unternehmensgeschichte zurück und setzt dabei ebenfalls ganz auf Sportlichkeit. Ausgestellt werden zum Beispiel ein Horch 930 S Stromlinienfahrzeug, ein Audi 225 Spezial Cabriolet, ein Wanderer W25 K Stromliniensportwagen und der Auto Union Typ C Grand-Prix-Rennwagen, mit dem Bernd Rosemeyer 1936 die Europameisterschaft gewann - den Vorläufer der heutigen Formel-1-Weltmeisterschaft.

Oldies für insgesamt 200 Millionen Euro im Angebot

Fast alle Hersteller erwecken in Essen den Eindruck, dass früher vieles besser und das meiste deutlich mutiger und gewagter als heute war. Opel etwa zeigt eine Retrospektive des legendären GT, der im kommenden Frühjahr zu neuem Leben erweckt werden soll. Und Citroën beispielsweise feiert 50 Jahre Dieselmotor in seinen Modellen mit dem tollen Oldie Rosalie.

Es gibt Vieles zu entdecken auf der Techno Classica. Rund 180 Clubs aus der Oldtimer- und Youngtimer-Szene sind in Essen vertreten. Dazu kommen mehrere hundert klassische Fahrzeuge, die zum Verkauf stehen. Insgesamt, so teilt der Veranstalter mit, seien Autos im Gesamtwert von 200 Millionen Euro im Angebot. Darunter so seltene Modelle wie ein Ferrari 356 GTB/4 Daytona, ein Mercedes-Benz SSK, ein Maserati 2500 GT, ein Jaguar E-Type und ein Lamborghini Miura.

Wer bei den Preisen, die für solche Autos verlangt werden, passen muss, kann sich zumindest mit Devotionalien aus der Szene eindecken. Lamborghini zum Beispiel stellt in Essen die neue Merchandising-Produktreie "Linea Miura" vor. Da gibt es Polo-Shirts, Kalbsleder-Handschuhe für Autofahrer und auch einen Schlüsselanhänger mit Miura-Logo. Das wäre doch immerhin ein Anfang.

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