The Dean Der Eigenbau-Porsche
Der Stand in Halle 7 der Essen Motor Show ist äußerst schlicht: roter Teppich, weiße Stellwände mit ein paar Autopostern daran und ein kleiner Tisch. Trotz des fehlenden Brimboriums herrscht hier stets guter Zulauf, was an dem Auto liegt, das hier ausgestellt wird. The Dean, ein umgebauter Porsche Boxster, dessen Namen auf zweierlei hindeutet. Erstens auf den legendären Porsche Spyder 550, mit dem der US-Schauspieler James Dean am 30. September 1955 tödlich verunglückte. Und zum zweiten ist Dean der Vorname des Autobesitzers und Geldgebers des Projekts, Dean Trindle aus Cincinnati im US-Staat Ohio.
Mr. Trindle beauftragte Mark Schlachter mit dem Umbau seines Boxsters in ein Retro-Modell, das "vom 550 Spyder inspiriert sein sollte", wie er sagt. Schlachter, der im Hauptberuf Porsche 356 restauriert und davor bei einer Firma arbeitete, die die Autos der amerikanischen Präsidenten panzert, machte sich an die Arbeit. Rund vier Monate bastelte der Karosserieschneider an dem neuen Gewand des Autos. "Alles wurde dem Original-Boxster angepasst. Wir haben nicht eine neue Bohrung benötigt", berichtet Schlachter.
Geduld jedoch brauchte er zuhauf, denn alleine bis die vorderen Kotflügel in der Form waren, wie er und Dean Trindle sie haben wollten, musste er 13 Versionen von Hand anfertigen. Vor allem die Front- und die Heckpartie veränderte Schlachter. Und weil der Tankdeckel, der üblicherweise im Kotflügel sitzt, die elegante Linie nicht stören sollte, wurde der Einfüllstutzen in die Mitte der vorderen Haube verlegt.
Seit ein paar Monaten reisen Dean Trindle und Mark Schlachter von Porsche-Treffen zu Automessen und wieder zu Porsche-Treffen, um den Prototypen, den der Besitzer ansonsten als Privatwagen nutzt, bewundern zu lassen. Auch in Zuffenhausen fuhren die beiden bereits vor. Trindle: "Leider war weder Herr Wiedeking noch einer seiner Vorstandskollegen im Hause, als wir ankamen. Immerhin haben sich paar andere Mitarbeiter unser Auto gründlich angesehen."
So richtig glücklich allerdings seien die Porsche-Angestellten mit dem eigenmächtigen und höchst gelungenem Umbau jedoch nicht gewesen, glaubt Trindle registriert zu haben. Doch er hofft beharrlich auf Anerkennung seines Projekts durch die Marke, die er so sehr schätzt. "Mein Traum ist es, dass der nächste Porsche wieder ein bisschen was vom Design unseres Dean hat."
Wenn nicht, wird es künftig eben ein paar mehr "Dean"-Fahrzeuge geben. Die beiden Amerikaner haben in Essen bereits Kontakte mit deutschen Tuning-Firmen geknüpft.