Tokio Motor Show Original und Fälschung
Allerdings fällt oft erst auf den zweiten Blick auf, wie sich japanische Autodesigner bei ihren europäischen Kollegen bedienen. Das Konzeptfahrzeug DMT (Dual Mode Transporter) von Toyota beispielsweise erinnert nicht nur in Abmessungen und Funktion an den erst jüngst von VW entworfenen und in Detroit gezeigten "New Bulli". Auch die markante Front mit dem hervorstehenden Blechwulst-Nase, auf der das Markenemblem groß und deutlich prangt, ist frech von der Wolfsburger Studie abgekupfert.
VW New Beetle - Vorbild für den Daihatsu U4B??
Daihatsu U4B
Die Blechschneider von Toyotas Tochter Daihatsu demonstrieren ebenfalls eine Vorliebe für Wolfsburger Design. Der U4B zeigt mit seinen rundlich-kompakten Formen und den ausgestellten Kotflügeln deutliche Ähnlichkeit mit dem New Beetle. Im Gegensatz zur Wolfsburger Knutschkugel gelang es den japanischen Designern allerdings, den Innenraum des kleinen Spaßmobils cleverer aufzuteilen und nicht unnötig viel Platz an eine Plastiklandschaft unter der Frontscheibe zu verschwenden.
Peugeot 206 CC
Daihatsu Copen - Anleihen beim Peugeot 206 CC?
Beeindruckt hat die Daihatsu-Designer offenbar auch der Peugeot 206 CC mit dem elektrisch klappbaren Stahldach nach Art des Mercedes SLK. Das stilistisch gelungene Roadster-Coupe namens Copen jedenfalls beeindruckt das Messepublikum in Tokio auch mit eben jenem elektrisch zu betätigendem Chapeau Claque.
Alfa Romeo 147
Mitsubishi CZ-3 - Rückenpartie vom Alfa 147 abgekuckt?
Foto: AP
Dass bei Mitsubishi jetzt Olivier Boulay die Karossen gestaltet, ist deutlich an den rassig gestylten, kompakten Concept-Cars zu sehen. Allerdings auch, das der Ex-Maybach-Designer deutliche Anleihen beim Alfa Romeo 147 genommen hat. Die Rückenpartie mit trapezförmiger Heckscheibe sowie die in der C-Säule versteckten Klapptürgriffe des CZ3 Tamac sind mehr als nur deutliche Zitate des vielfach ausgezeichneten Italieners.
Volvo V70
Nissan Stagea - Gürtellinie und Motorhaube abgekupfert?
Foto: EPA/DPA
Dass japanische Designer aber nicht nur bei Konzeptfahrzeugen, sondern auch bei Serienmodellen gefälligen Vorbildern nacheifern, zeigt der Nissan Stagea, der allerdings in Deutschland nicht angeboten wird. Der Mittelklasse-Kombi sieht mit seinen senkrecht angeordneten Rücklichterleisten, der markanten Blechwölbung entlang der Gürtellinie sowie der konturierten Motorhaube dem Volvo V70 so ähnlich, dass die Schweden eigentlich eine Umsatzbeteiligung verlangen könnten.