Totalschaden Eselfuhrwerk ohne Chance
Seit die Bayern ein geländegängiges Auto bauen, den BMW X5, sind sie völlig aus dem Häuschen. Denn plötzlich können sie auch dort Gas geben, wo ihnen früher tiefergelegte Fahrwerke oder Spoiler im Weg waren. Zum Beispiel in Nordafrika. Die Rallyefahrerin Jutta Kleinschmidt als Rennpilotin bei Mitsubishi unter Vertrag lotste die Besatzungen von zehn X5-Modellen (4,4-Achtzylinder-Motor, 286 PS//211 kW) fünf Tage lang von Marrakesch über den Hohen Atlas bis zum Rand der Sahara. Ihre Aufgabe: den Teilnehmern zum Beispiel zu erklären, wie man auf Wüstensand reagiert. "Luft aus den Reifen lassen", empfiehlt die Expertin, denn das sei "gut für den Grip".
Bei Schlaglöchern die gibt es dort oft, weil die Straßen ungeteert sind heißt es "Fuß von der Bremse". Eigentlich ein unnötiger Befehl, wir sind schließlich auf einer BMW-Veranstaltung. Da "staubt es mächtig", wie es in der offiziellen Darstellung der Tour heißt. Und weiter: "Blitzschnelles Ansprechen des Gaspedals lassen Autos und Eselfuhrwerke rechts liegen." Mal abgesehen von der sprachlichen Panne scheint es gar keine so große Umstellung zu sein, in Afrika "Freude am Fahren" zu erleben. Immer volles Rohr, ganz wie zu Hause nur eben mit etwas schlafferen Reifen. Und natürlich vor exotischer Kulisse: Dünen, Berber, Kamele da lacht das vollklimatisierte Autofahrer-Herz eines X5-Abenteurers.
Extrem ist lediglich der technische und elektronische Aufwand, der dieses "einzigartige" Fahrertraining überhaupt erst möglich macht. Vierrad-Bremseingriff, dynamische Stabilitäts-Kontrolle (DSC) und intelligente Bergabfahr-Kontrolle (HDC) legen eine virtuelle Autobahn durch die Wüste. Rund 8300 Mark beträgt der Preis für die Veranstaltung. Gut angelegtes Geld, wenn man daheim mal wieder mit dem Auto vor einem Geröllfeld, einem Fluss ohne Brücke oder einer Wüste steht.