Totalschaden: Opel auf der Trainerbank - DER SPIEGEL
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Totalschaden Opel auf der Trainerbank

Zum 100. Geburtstag des FC Bayern will Opel die Fans mit einem stilechten Astra ködern - natürlich in "FC-Bayern-Rot" lackiert. Eine Idee, die auch als Steilvorlage für andere Autobauer dienen könnte.
Von Victor Bruns
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Fußballfans mit Führerschein sind häufig daran zu erkennen, dass sie auf der Heckscheibe ihres Autos einen Aufkleber des Clubs ihrer Wahl anbringen. Oder daran, dass sie an Spieltagen den Vereinsschal in die Seitenscheibe klemmen und fröhlich flattern lassen. Wer sein Herz an den FC Bayern München verloren hat, kann künftig gleich ein komplettes "Vereins-Auto" kaufen. Opel hat nämlich zum 100. Geburtstag des Clubs von der Säbener Strasse das Astra-Sondermodell "Edition Bayern München" aufgelegt.

Mit verschiedenen Verschönerungen haben die Rüsselsheimer den Wagen auf Fantauglichkeit getrimmt: Die Lackierung leuchtet in "FC-Bayern-Rot", und auf der Seitenschutzleiste, auf den Türeinstiegsleisten und auf den Fußmatten prangt stolz das Vereins-Emblem. Ab 33.765 Mark kann der FC-Bayern-Fan in Zukunft also standesgemäß zu Auswärtsspielen reisen. Mal angenommen, die 500 Sondermodelle gehen weg wie warme Semmeln ­ schließlich macht sogar Meistertrainer Ottmar Hitzfeld Reklame für den "Neuzugang aus Rüsselsheim" ­, dann könnte das Beispiel Schule machen.

Für den "Öko"-Club SC Freiburg zum Beispiel könnte VW den Drei-Liter-Lupo mit extra großem Aschenbecher ausstatten, was nicht nur die Fans, sondern auch den Trainer Volker Finke begeistern würde, der angeblich so gerne Selbstgedrehte raucht. Für den 1. FC Köln wiederum könnten die Ford-Mannen, die auch als Trikotwerber des Zweitligaklubs auftreten, ein Spezialgefährt in Himmelblau kreieren ­ in Anlehnung an Trainer Ewald Lienens immer gleiches, hellblaues Hemd. Auch hier ist ein immenser Andrang absehbar.

Oder ein Sondermodell VfB Stuttgart: Da könnten wir uns einen Mercedes-Benz vorstellen, mit Riesendisplay für das Navigationssystem, weil doch Trainer Ralf Rangnick so gerne Positionen von Spielern erläutert und sein Team so häufig die Orientierung verliert. Und vielleicht dürfen wir auch ein Sondermodell Kaiserslautern vorschlagen: Ein Auto mit zweiter Pedalerie für den Beifahrer. Denn bei Rehhagels hat garantiert Gattin Beate das Lenkrad in der Hand ­ aber König Otto will schon noch ab und zu mal aufs Gas treten. Ein teuflisches Modell.