Totalschaden Premium-Gejammer
Irgendwo in den Schubladen bei VW muss auch ein, sagen wir mal, Plan X gelegen haben. Entwickelt für den Fall, dass unerwartet der Absatz einbricht, zum Beispiel aufgrund terroristischer Wahnsinnstaten. Es deutet vieles darauf hin, dass VW-Boss Ferdinand Piëch diesen Krisenplan nach dem 11. September hervorgekramt hat.
Weil es der deutschen Autoindustrie aufgrund der Terroranschläge in den USA so schlecht geht, soll die Bundesregierung helfen. Mit Geld. Mit sehr viel Geld. Nämlich mit einer Verschrottungsprämie für Altautos, damit sich die Leute endlich neue Fahrzeuge kaufen. Zum Beispiel solche von VW. Die Marke, die so gerne Premium sein würde und dafür beinahe alles tut: vielzylindrige Motoren entwickeln, Luxusautos anbieten, gläserne Fabriken bauen.
Nur eines kann VW offenbar nicht: minimale Absatzschwankungen verkraften. Denn um mehr handelte es sich nicht, wie der in diesen Dingen unverdächtige Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), jetzt erklärte. "Unterm Strich ist der Einbruch geringer ausgefallen als zunächst befürchtet", sagte Gottschalk vor einigen Tagen. Und dann sagte er noch, dass 2001 ein weiteres Rekordjahr in den Kategorien Absatz und Umsatz für die deutsche Autobranche werde.
Piëch hat diese Zahlen wahrscheinlich nicht gekannt, als er staatliche Hilfen anregte. Das nennt man wohl Premium-Verwirrung, Premium-Unwissenheit oder Premium-Gejammer.