Totalschaden Urlaub auf der Ideallinie
Langweilig scheint die Formel-1-Weltmeisterschaft - nach Michael Schumachers fünftem Platz in Barcelona - nun doch nicht zu werden. Aufregend geht es aber auch im Sog der Schumania zu: Dort drängen immer neue Ideen in die Startaufstellung, um das Fan-Volk noch perfekter zu bedienen und ihm dabei das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Selbst Menschen, die bereits rote Jacken, Hemden, Käppis, Fahnen, Tassen, Tücher, Bücher und Aufkleber besitzen, träumen beim Blick auf das rote Plastikmodell im Wohnzimmerschrank davon, einmal selbst in einem Ferrari loszubrausen. Am besten noch auf einer Rennstrecke. Auf Schumis Ideallinie sozusagen.
Nichts ist leichter - und lukrativer - als das, müssen sich die Marketingexperten von "Airtours" gedacht haben: Der Reiseveranstalter bietet ein Arrangement an, bei dem bis zu acht Ferraristi für eine Woche in einem Renner aus Maranello unterwegs sein können. Inklusive Beifahrer, auch wenn der im Formel-1-Renner eher selten ist.
Kein Problem, schließlich werden die Touristen ja nicht im F1-2000 auf die Straße gelassen. Gefahren wird vielmehr in Modellen, die vom 348 Spider bis zum F40 reichen. Start und Ziel ist Konstanz am Bodensee, von wo es auf eine rund 1300 Kilometer lange Schleife durch Österreich, Italien und die Schweiz geht. Höhepunkt soll die Etappe nach Monza sein, denn der dortige Formel-1-Kurs - das Mekka der Ferraristi - ist für die Bleifuß-Touristen reserviert.
Damit eine möglichst authentische Schumacher-Atmosphäre entsteht, wird in First Class Hotels logiert. Wer als Team dabei sein will, zahlt pro Gasfuß 6440 Mark, Solofahrer müssen 11.560 Märker hinblättern. Immerhin ist eine Vollkasko- und Diebstahl-Versicherung im Preis enthalten.
Und eine Weinprobe. Sollte bei dieser Gelegenheit einer der Teilnehmer auf den Geschmack kommen, fällt das übliche "von dem Tropfen nehm' ich gleich mal sechs Kisten mit nach Hause" aus. Denn so groß sind Ferrari-Kofferräume nun mal nicht. Und außerdem würde Schumi so was auch nicht tun.