Totwinkel-Assistent Sensor für den Spurwechsel
Das System soll Autofahrer beim Spurwechsel unterstützen und quasi den Schulterblick simulieren, denn allein durch den Blick in den Spiegel ist das rückwärtige Umfeld nicht komplett zu sehen - der berühmt-berüchtigte tote Winkel nämlich schräg hinter dem Fahrzeug bleibt ein blinder Fleck.
Als elektronische Augen setzen die Mercedes-Ingenieure sechs Nahbereichs-Radarsensoren ein, die im Front- und Heckstoßfänger platziert sind. Sie überwachen links wie rechts den Bereich seitlich und hinter dem Auto, und da vor allem auch den toten Winkel.
Falls sich ein anderes Fahrzeug im überwachten Bereich aufhält, erscheint ein rotes Warndreieck im jeweiligen Außenspiegel, um den Fahrer auf die Gefahr hinzuweisen. Falls der Autolenker diesen Warnhinweis übersieht oder ignoriert und den Blinker betätigt, um den Spurwechsel einzuleiten, beginnt das rote Signal im Spiegel zu blinken. Überdies ertönt ein Warnton.
Mercedes bietet den Totwinkel-Assistenten nicht als einzelnes Ausstattungsdetail, sondern vorerst nur im Paket mit anderen Assistenzsystemen an, die die Radartechnik nutzen. Nämlich mit dem selbsttätig den Abstand einhaltenden Tempomat, der Einparkhilfe und der sogenannten Pre-Safe-Bremse. Dieses Ausstattungspaket kostet - je nach Fahrzeugtyp, zwischen 2594 und 3392 Euro.
Bei Audi und Volvo, wo es die Überwachung des toten Winkels bereits seit längerem gibt, kann das System einzeln bestellt werden. In der Limousine Audi A8 etwa kostet die Technik namens Side Assist 565 Euro Aufpreis. Die Ingolstädter bieten die Technik darüber hinaus für den SUV Q7 sowie für die Mittelklasse-Modelle A5 und A4 an. Insbesondere das Angebot des Systems im neuen Volumenmodell A4 werde zeigen, so sagt ein Audi-Sprecher, ob die Käufer die neue Technik bereitwillig annehmen. Man registriere aber bereits "deutlich steigende Bestellzahlen".
Volvo nennt das Sicherheitsextra BLIS, was für Blind Spot Information System steht. Es kostet ab 620 Euro und überwacht mit Hilfe zweier Kodak-Kameras, die in den Befestigungspunktholmen der Außenspiegel versteckt sind, die kritischen Bereiche neben und hinter dem Fahrzeug. Angeboten wird das System bislang in den Modellen C 30, V 70, XC 70, S 80. Mercedes, so teilte ein Sprecher auf Anfrage mit, werde den Totwinkel-Assistenten mutmaßlich künftig auch noch in weiteren Baureihen anbieten.
jüp