Toyota-Neuheiten: Das Mammut-Programm - DER SPIEGEL
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Toyota-Neuheiten Das Mammut-Programm

Die ganz großen Knaller mögen andere Hersteller präsentieren, doch das wohl breiteste Angebot an neuen Autos und Ideen zeigt Toyota. Die Japaner wirbeln vor allem in den kleineren Klassen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Auf einer großen, internationalen Automobilmesse den Überblick zu behalten ist schier unmöglich. Doch auch wenn man versucht, bei nur einem Hersteller alle Neuerungen zu erfassen, kann es Schwierigkeiten geben. Jedenfalls dann, wenn der Hersteller Toyota heißt und der Messeauftritt in Genf 2006 gemeint ist. Je nach dem, wie man Neuheit definiert, kommt ein knappes Dutzend an Toyota-Novitäten zusammen.

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Toyota in Genf: Viele, viele neue Autos

Foto: Jürgen Pander

Da sind zum Beispiel die beiden aktuellen Serienmodelle Yaris und RAV4, die erst in diesen Wochen debütierten. Dann zeigt Toyota das überarbeitete Hybridauto Prius. Rund 450.000 Exemplare des Wagens mit kombiniertem Benzin-Elektro-Antrieb wurden bislang weltweit verkauft - so viele wie von keinem anderen Hybridfahrzeug. Nun wurde der Prius mit allerlei Chromzierteilen außen aufgepeppt, innen versprechen die Japaner eine "spürbar aufgewertete Ausstattungs- und Verarbeitungsqualität".

Das ist erfreulich, denn das Innenraumambiente zählte bislang nicht zu den Stärken des Prius. Dafür punktet die neue Version mit einer neuen Einparkhilfe namens IPA (Intelligent Park Assist), die erstmals in Europa angeboten wird. Der Fahrer braucht nur noch per Tastendruck auszuwählen, ob er in eine Parklücke längs der Fahrbahn oder in einen Parkplatz, der quer zu Fahrtrichtung liegt, einparken möchte. Daraufhin beginnt das IPA mit dem Rangieren, während der Fahrer lediglich Gas- und Bremspedal bedienen muss, und so weiterhin entscheidet, wann und wo der Wagen zum Stehen kommt.

Sodann zeigt Toyota die Kompakt-SUV-Studie Urban Cruiser (SPIEGEL ONLINE berichtete) und gleich drei Prototypen mit dem Namenszusatz "Sport". Der Yaris T Sport Concept deutet an, wie der kommende Kleinwagen-Renner aussehen wird, der im nächsten Jahr zu den Händlern kommen soll: mit fetten Stoßfängern, 17-Zoll-Leichtmetallrädern und einem potenten 1,8-Liter-Vierzylinder-Benziner. Deutlich aggressiver und muskulöser als das Serienmodell wirkt auch der Prototyp RAV4 Sports. Ein Kompakt-SUV mit Rennauto-Attributen, exorbitanten 21-Zoll-Rädern und einem getunten Dieselmotor, der nun 240 PS sowie 430 Newtonmeter entwickelt.

Ein Buggy-Verschnitt auf Aygo-Basis

Schließlich wurde sogar das Miniauto Aygo auf Sport getrimmt, allerdings fehlt dem Toyota-Buggy jede Form von Aggressivität: Das Konzeptauto ist ein Spaßmobil für heiße Tage, mit hübschen LED-Scheinwerfern an Front und Heck, komplett geöffneten Seiten, stattlichen 17-Zoll-Rädern und Sitzbezügen aus Neopren und Leder. Toyota möchte, das wird auf dem Genfer Salon überdeutlich, attraktiv werden für jüngere Kunden und das Image von Vernunftautos in bester Qualität etwas mehr in Richtung Lifestyle, Sport und Spaß verlagern.

Durch das Formel-1-Engagement gelingt das bislang nur mäßig, und paar peppige Messe-Showcars allein werden daran auch nichts ändern können. Doch Toyota ist für seine Beharrlichkeit bekannt, und vermutlich wird es in dem einen oder anderen Fall, der jetzt noch als "Konzept" oder "Studie" beschrieben wird, zu einer Serienfertigung kommen. Was dann den Überblick über die Modellreihen und die Ausstattungsprogramme weiter erschweren dürfte.

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