Toyota-Studien Hier hängt der Hammer
"Ökologie und Emotion" ist das Thema, unter dem die fünf Neuheiten auf dem Toyota-Stand in den Makuhari-Messehallen stehen, teilt das Unternehmen mit. Welches Modell aus dem Quintett das interessanteste ist, kommt auf die Perspektive des Betrachters an. Technisch und konzeptionell am futuristischsten muten die Studien Fine-X und i-swing an.
Der Name Fine-X steht für "Fuell Cell Innovation Emotion Experiment" und das Auto, eine Großraumlimousine, ist entsprechend mit einem Brennstoffzellenantrieb ausgestattet. Mehrere Bauteile der Studie sind aus pflanzlichen Materialien hergestellt, und sie verfügt über Allradantrieb und Vierradlenkung, so dass der Wagen auf der Stelle gedreht und auch in engste Parklücken bugsiert werden kann. Ein weiterer Trend, den zum Beispiel auch die Mercedes-Studie F 600 HY-Genius aufweist, ist auch beim Fine-X zu beobachten: nämlich weit öffnende Flügeltüren.
Das Modell i-swing dagegen hat mit den konventionellen Vorstellungen eines Automobils nichts mehr gemein. Es handelt sich um eine Art Mobilitätsanzug, also quasi einen Einsitzer mit einem Urethan-Gerippe, den man als Single besteigt und mit ihm durch Fußgängerzonen oder verkehrsberuhigte Zonen kurvt. Soll das Tempo angezogen werden, fährt ein drittes Rad aus, um dem Vehikel die nötige Stabilität zu verleihen. Gesteuert wird der i-swing über Gewichtsverlagerung und Pedaldruck. Toyota teilt mit, das Gefühl des Vorankommens sei ähnlich dem, "auf Skiern zu gleiten".
Näher an der Wirklichkeit ist das Estima-Hybrid-Konzeptauto. Dabei handelt es sich um eine Hybridvariante der Toyota-Van-Baureihe Estima, die über einen elektrischen Allradantrieb verfügt. Zudem sprechen die Japaner von einem neuen Abgas-Aufbereitungssystem, das den CO2-Ausstoß sowie die übrigen Abgaswerte "nochmals reduziert". Der Wagen verfügt über drei Sitzreihen, der Innenraum lässt sich durch diverse Klappmechanismen der Bestuhlung jedoch flexibel gestalten.
Neu auf dem Toyota-Stand bei der Tokio Motor Show ist auch die Studie FSC. Es handelt sich um einen weiteren Versuch, klassische Autotypen miteinander zu kreuzen - in diesem Fall eine Limousine mit einem Minivan. Das Design nennen die Japaner "Vibrant Clarity", also etwa: lebhaftes Design mit klaren Linien. Es sei die neue "Philosophie" der Formgebung im Unternehmen heißt es, und tatsächlich scheint Toyota inzwischen zu einer eigenen Linienführung und Formensprache gefunden zu haben. Der Viersitzer mit einem elektrisch verstellbaren Gepäckabteil jedenfalls wirkt optisch eigenständig, modern und elegant zugleich.
Ganz anders, nämlich auf den ersten Effekt bedacht, kommt das Modell bB Concept daher. Der Wagen soll junge Menschen begeistern und ist als rollende Musikanlage konzipiert. Im Innenraum soll Nachtclub-Atmosphäre das Zielpublikum ködern. Die digitale Musikanlage verfügt über neun Lautsprecher, die Beleuchtung des Interieurs zuckt und vibriert im Rhythmus der abgespielten Musik. Vielleicht hat ein Konzept wie der i-swing angesichts solcher Alternativen doch eine Chance.