Triumph Rocket III: Das Riesen-Krad - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Triumph Rocket III Das Riesen-Krad

Erstmals durchbricht ein Serienmotorrad die Zwei-Liter-Hubraumgrenze. Rocket III heißt das Bike des britischen Herstellers Triumph, das alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen soll. Im Frühjahr 2004 beginnt der Verkauf der Monster-Maschine.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"Sie ist der Ritt des Lebens." Mit diesem holprigen Slogan macht Triumph auf sein neues Modell aufmerksam, das im Segment der Cruiser, also der bulligen Flanier-Maschinen, reüssieren soll. Die Briten teilen selbstbewusst mit, dass die Rocket III "einfach das größte und eindrucksvollste Serienmotorrad ist, das die Welt bis heute gesehen hat".

Vor allem hat die Welt noch nie auf ein solches Datenblatt für ein Zweirad geblickt. Die Zahlen dort sind in der Tat erstaunlich. Angetrieben wird die Rocket III von einem Reihen-Dreizylinder-Motor mit einem Hubraum von 2,3 Litern (genau: 2294 Kubizentimeter). Noch nie gab es eine Serienmaschine mit einem derart großvolumigen Motor. Das Drehmoment der neuen Triumph wird mit 200 Newtonmeter angegeben und übertrifft damit die meisten Konkurrenzmodelle um rund das Doppelte. Die Leistung der Maschine liegt bei 142 PS (104 kW). Exakte Fahrwerte sind noch nicht verfügbar, doch versprechen die Briten, das Motorrad beschleunige "wesentlich schneller als fast alles auf zwei Rädern. 1,2g sind das neue Maß der Dinge."

Eine Astronauten-Ausbildung braucht man allerdings nicht, um die Rocket III zu pilotieren. Es genügt der Motorrad-Führerschein. Etwaige Sorgen, die Urgewalt der Maschine könnte einfach zu viel sein für den Durchschnitts-Biker, dämpft der Hersteller. "Um das mächtige Antriebsaggregat herum wurde ein Fahrwerk entwickelt, das weit mehr kann, als die überbordende Leistung nur im Zaum zu halten."

Ein massiver Stahl-Zentralrohrrahmen bildet das Rückgrat des Motorrads. Der Antrieb erfolgt über eine Kardanwelle, zwei Vierkolben-Festsattelbremsen am Vorderrad und eine Doppelkolbensattel-Anlage am Hinterrad helfen, den Vortrieb im Zaum zu halten. Optisch fährt die Rocket III wohltuend lässig und schlicht vor. Triumph orientiert sich an klassischen Cruiser-Vorbildern und vermeidet peinliches Muskel-Gedöns.

Der Soziussitz ist abnehmbar, der Tank fasst 25 Liter, als Farben sind "Jet Black" oder "Cardinal Red" erhältlich. Trocken wiegt die 2,48 Meter lange Fuhre 320 Kilogramm. Einen Preis für die Rocket III hat Triumph noch nicht festgelegt. Vermutlich aber wird auch diese Zahl den bislang üblichen Rahmen sprengen.