TT-Besitzer-Anwalt: "Audi hat gelogen" - DER SPIEGEL
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TT-Besitzer-Anwalt "Audi hat gelogen"

Audi habe im Oktober des vergangen Jahres offensichtlich gelogen, sagt der Anwalt Hans-Joachim Wiebe. Der Hannoveraner Jurist, der 420 TT-Fahrer gegenüber Audi vertritt, zeigte sich gegenüber SPIEGEL ONLINE verwundert, dass alte TT-Modelle doch mit ESP nachrüstbar sind.
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Hamburg - Ende Oktober des vergangenen Jahres hätte es noch geheißen, das Elektronische Stabilisierungsprogramm (ESP) sei nicht in die ersten Audi-TT-Ausführungen einzubauen, sagte Wiebe zu SPIEGEL ONLINE. Für ihn ist der neuerliche Schwenk in der Strategie der Ingolstädter ein Beweis dafür, dass "Audi gelogen hat". Anders könne er sich es nicht erklären, dass ESP nun doch nachgerüstet werden soll.

"Ich verstehe aber diese Kleinlichkeit von der Konzernleitung nicht, für die Nachrüstung noch 650 Mark zu verlangen", sagte der Jurist. DaimlerChrysler-Kunden hätten beim Elchtest-Problem mit der A-Klasse auch keinen Kostenbeitrag zahlen müssen und damals sei auch ESP eingebaut worden. "Das wäre in diesem Fall auch wünschenswert gewesen", kritisierte Wiebe.

"Es ist ein erster Schritt", so der Anwalt. Einige seiner TT-Mandanten, deren Forderungen an Audi von Wandlung des Kaufvertrages bis zur Nachbesserung reichten, seien mit der Entscheidung von Freitag "durchaus zufrieden gestellt". Man müsse aber weiter verhandeln, um alle Besitzer des Sportwagens zu versöhnen. Ein weiteres Treffen mit Audi sei für den kommenden Donnerstag geplant. Dann müsse über Unfallschäden und Rückkäufe gesprochen werden, kündigte Wiebe an.

Das von Audi vorgelegte Gutachten des TÜV Süddeutschland ist für ihn kein Beweis, dass der TT sicher sei. Immerhin habe der TÜV die Allgemeine Betriebserlaubnis erteilt, mit der die Produktion des Wagens überhaupt erst möglich geworden sei. "Die können kaum ihre eigene Betriebserlaubnis anzweifeln. Da hat man den Bock zum Gärtner gemacht", legte der Anwalt nach.

Der TÜV hatte als Fazit seines erneuten Gutachtens festgestellt: "Der Audi TT ist - auch in seinen Anfangsversionen - im Wettbewerbsvergleich ein überdurchschnittlich gutes Sportauto und auf dem Stand der Technik."

Audi habe in den vergangenen Monaten einen katastrophalen Umgang mit seinen Kunden und in der Öffentlichkeitsarbeit an den Tag gelegt. Nach Wiebes Informationen verzeichneten die Vertragshändler bereits rückläufige Verkaufzahlen - nicht nur beim TT sondern bei allen Audi-Modellen. "Aber wen wundert das, so wie der Autohersteller mit den Problemen seiner Kunden umgeht. Das kann nur abschrecken", resümierte Wiebe.