Unfallstatistik Radler häufiger berauscht als Autofahrer
Teilnehmer einer Fahrrad-Sternfahrt (in Berlin): Hohes Unfallrisiko für Biker
Foto: David Ebener/ picture-alliance/ dpaStuttgart - Eine vom Auto Club Europa (ACE) veröffentlichten Untersuchung zufolge sind Radfahrer im Straßenverkehr seit Jahren deutlich stärker gefährdet als andere Verkehrsteilnehmer. Für seinen Bericht hatte der Club Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) ausgewertet.
Innerhalb der vergangenen zwölf Jahre habe die Zahl der mit dem Rad Verunglückten um nahezu zwölf Prozent zugenommen, sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner. Knapp 14 Prozent aller im Straßenverkehr Verletzten seien auf einem Fahrrad zu Schaden gekommen.
Sehr hoch ist bei schweren Unglücken der Kinderanteil. Jeder dritte Junge unter 15 Jahren, der bei einem Verkehrsunfall starb, war auf einem Fahrrad unterwegs, so die ACE-Unfallbilanz. Grundsätzlich sind Männer ungleich häufiger in schwere Fahrradunfälle verwickelt als Frauen. Und jeder zweite im Jahr 2009 auf dem Fahrrad tödlich Verunglückte sei über 65 Jahre alt gewesen.
Cross oder Fixie: Was für ein Radtyp sind Sie?
Besonders häufig kamen Radfahrer im Nordwesten der Republik zu Schaden: In Bremen wurden 187 Radler pro 100.000 Einwohner verletzt oder getötet, in Berlin waren es 155. Deutlich über dem deutschen Durchschnitt von 97 pro 100.000 Einwohner lagen die Opferzahlen auch in Hamburg und Schleswig-Holstein.
Rund 42 Prozent der schweren Radunfälle wurden laut der Untersuchung von den Pedalisten selbst verschuldet. Die Gründe hierfür lagen in falscher Straßenbenutzung (36 Prozent), gefolgt von falschem Abbiegen (16,2 Prozent) und Vorfahrtmissachtung (14,5 Prozent).
Besonders bedenklich: Während nur jeder 22. Pkw-Unfall auf Alkoholeinfluss zurückzuführen war, stand etwa jeder achte in einen Unfall mit Personenschaden verwickelte Radfahrer unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen Rauschmitteln.
Bei Unfällen, die von Radfahrern verschuldet wurden, waren sogar in jedem vierten Fall Alkohol oder Drogen im Spiel.