Unfallversicherung ADAC setzt auf Rundumservice
München - Wie ADAC-Präsident Peter Meyer in München erläuterte, will der Autoclub einer verbraucherorientierten Unfallversicherung den Weg bereiten. Zu den Leistungen gehören laut Meyer unter anderem Soforthilfe, Beratungsgespräche, psychologische Betreuung oder auch die Organisation von Reha-Maßnahmen und die Vermittlung von Pflegepersonal. Damit gehe der Unfallschutz über die Erstattungsleistungen klassischer Unfallversicherungen hinaus.
Auch die finanziellen Leistungen der ADAC-Versicherung unterschieden sich von herkömmlichen Anbietern, sagte Meyer: Ein Familienvertrag sei nur doppelt so teuer wie ein Einzelvertrag, schließe aber minderjährige Kinder mit ein.
Auch bei Invalidität sei der ADAC verbraucherfreundlicher: So bekomme der Versicherte schon bei 50 Prozent Invalidität die volle Grundsumme, und bei 75 Prozent erhalte er sogar das Zweieinhalbfache. Der günstigste Versicherungstarif kostet den Angaben zufolge 59 Euro jährlich. Damit bewegt sich der Club laut Meyer "am unteren Ende der Prämientabelle". ADAC-internen Berechnungen zufolge liege das Angebot sogar um bis zu 60 Prozent unter dem großer Versicherer.
Mit dem Angebot will der ADAC Wegbereiter für eine verbraucherfreundliche Unfallversicherung sein, wie Meyer erklärte. "Wir hoffen, die Branche reagiert heftig." Auch der ADAC-Schutzbrief sei Vorreiter für ähnliche Angebote anderer Anbieter gewesen. Der Automobilclub wolle seinen Mitgliedern mit der neuen Versicherung eine Komplettbetreuung bieten und sie dadurch länger an sich binden, betonte der Präsident. Große Gewinne werde der Club damit jedoch nicht machen.
Derzeit hätten schon 48 Prozent der deutschen Haushalte und sogar 52 Prozent der ADAC-Mitglieder eine Unfallversicherung. "Wir werden also ein ziemlich dickes Brett bohren müssen", sagte Meyer. Bis 2006 rechne der ADAC mit 450.000 Verträgen, was einem Marktanteil von weniger als zwei Prozent entspräche. Außerdem erwartet der Club eine Schadenquote von 75 Prozent, während die Quote bei der Versicherungswirtschaft sonst nur bei 55 Prozent liege. Doch der ADAC sehe sich als "Solidargemeinschaft" und müsse nicht ständig auf Umsatz und Gewinn starren, "weil kein Aktionär von uns eine Dividende erwartet".
Nach Angaben des Vorstandssprechers der ADAC Schutzbrief Versicherungs-AG, Raimund Müller, will der Club bei der Unfallversicherung in fünf Jahren die Gewinnschwelle erreichen.