US-Automarkt German Hot-Sellers
Während bei GM, Ford und Chrysler über vorübergehende Werksstillegungen, Entlassungen und drastische Kostensenkungen nachgedacht wird oder solche Maßnahmen zum Teil sogar schon umgesetzt werden, haben die Auto-Importeure in den USA im Augenblick noch Grund zum Jubeln.
Japanische und koreanische Marken konnten im Jahr 2000 ihren Absatz ausbauen, vor allem aber wuchsen die Verkaufszahlen europäischer Hersteller, allen voran der Autobauer aus Germany. Die ersten elf Monate des Jahres 2000 waren für sämtliche deutsche Marken in den USA eine Erfolgsstory. VW beispielsweise steigerte in diesem Zeitraum seinen Autoabsatz im Verhältnis zum selben Zeitraum des Vorjahres um 12,7 Prozent, was insgesamt 328.614 Fahrzeugen entspricht.
Bei Audi kletterte der Verkauf in der genannten Periode um 22,6 Prozent, bei Mercedes-Benz um immerhin 8,8 Prozent und bei BMW um 19 Prozent. Für die Münchner war der November mit einem Verkaufsplus von 31 Prozent - insgesamt wurden 17.551 Modelle verkauft - ein goldener Monat. "Es war der 26. Rekordmonat in Reihenfolge, und die Nachfrage übersteigt weiterhin das Angebot", sagte Tom Purvers, Chef bei BMW USA. Als Bestseller der Bayern erweisen sich vor allem der Geländewagen X5 und die Modelle der 3er-Reihe.
In das Bild passt eine Studie des Marktforschungsinstituts J.D. Power and Associates. Deren Befragung von mehr als 100.000 amerikanischen Neuwagenbesitzern ergab zum zweiten Mal binnen Jahresfrist, dass BMW die beliebteste Automarke in den USA ist.
Was die Pkw-Besitzer zwischen New York und San Francisco vor allem loben, ist die "Motorleistung und Beschleunigung" der Fahrzeuge mit dem Nierenkühlergrill. Auch im Lande der strikten Tempolimits kommen solche "Sekundärtugenden" als Ausdruck von Sportlichkeit und Souveränität offenbar an.
Im kommenden Jahr allerdings wird der Wettbewerb auf dem US-Markt nochmals härter werden. Automobilanalysten erwarten zwar in diesem Jahr noch einen Rekordabsatz von insgesamt 17,5 Millionen Fahrzeugen, 2001 jedoch werde sich der Markt auf 16,3 Millionen Einheiten deutlich abschwächen. Ein weiterer Grund zur Sorge für die amerikanischen Hersteller, denn die sitzen derzeit auf Neuwagen-Halden, die für gut 80 Tage reichen. Als Normalwert gelten in dieser Kategorie 60 Tage.