USA: Regierung hinterfragt hohe Benzinpreise - DER SPIEGEL
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USA Regierung hinterfragt hohe Benzinpreise

Nicht nur in Deutschland, auch in den USA stöhnen die Autofahrer unter ungewohnt hohen Benzinpreisen. Und ähnlich wie hier zu Lande will die Regierung die Mineralölkonzerne nun zur Rede stellen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Chicago - Im mittleren Westen der USA lesen die Autofahrer die Preistafeln an den Tankstellen und reiben sich verwundert die Augen. 2,35 Dollar je Gallone für unverbleites Benzin werden dort verlangt. Für die Amerikaner, die den höchsten nationalen Energieverbrauch der Welt haben, sind Preise jenseits der Zwei-Dollar-Marke ungewohnt. "Das ist viel - inakzeptabel viel", sagte US-Energieminister Bill Richardson.

Im Vergleich zu Deutschland sind die aktuellen Benzinpreise allerdings eher noch mickrig. Umgerechnet kostet der Liter Normalbenzin rund 1,27 Mark. Für die Regierung in Washington ist das allerdings Grund genug, die Preispolitik der Mineralölkonzerne zu hinterfragen. Die Handelskommission - vergleichbar dem deutschen Kartellamt - wurde eingeschaltet, die Preisspirale im mittleren Westen unter die Lupe zu nehmen. "Es stellt sich die Frage, ob die Konzerne illegale Wucherpreise erheben", sagte der republikanische Abgeordnete Henry Hyde. Der republikanische Gouverneur von Illinois, George Ryan, ersuchte sogar den obersten Staatsanwalt, Ermittlungen gegen die Mineralölgesellschaften aufzunehmen.

Die Konzerne begründen die gestiegenen Preise mit der Neueinführung schadstoffärmerer Kraftstoffe. Sie seien nur schwierig zu produzieren und teuer. Ursache dafür sei ein knappes Rohölangebot auf dem Weltmarkt.