V10-Dieselmotor Absolute Gurtpflicht!
Bei diesem Triebwerk handelt es sich um einen Zehnzylinder-TDI-Motor der mit einer Biturbo-Aufladung sowie einem Pumpe-Düse-Einspritzsystem ausgestattet ist. In der Kombination dieser Bauteile ergeben sich schon auf dem Papier geradezu beängstigende Daten.
Aus fünf Litern Hubraum entwickelt die Maschine eine Leistung von 313 PS (230 kW) und - jetzt kommt's - ein maximales Drehmoment von 750 Nm. "Damit verkörpert dieser Pkw-Dieselmotor ein bis dahin noch nicht verwirklichtes Leistungsniveau", erläutert VW stolz.
Wozu das gut sein soll, sagen die Wolfsburger auch. Der Motor soll in Zukunft die Luxuslimousine D1 und den gemeinsam mit Porsche entwickelten Edel-Geländewagen antreiben. Allein die schiere Kraft des Motors hat Folgen für die weitere Konzeption der Fahrzeuge.
Auf jeden Fall werden die Autos mit dem V10 TDI unter der Haube allradgetriebene Automobile sein, denn dies sei "die einzig vertretbare Antriebskonzeption" angesichts "Zugkräfte und Drehmomente dieser neuen Größenordnung", heißt es bei VW. Aufgrund der vielen Neuerungen, die der Extrem-Diesel nötig macht und natürlich wegen der Zahl der Zylinder vergleicht Volkswagen seinen neuen Aushänge-Selbstzünder mit Formel-1-Motoren. Das Kurbelgehäuse des V10 TDI ist aus Aluminium gefertigt, der Lagertunnel aus Grauguss.
Die Zylinder wiederum bestehen aus Aluminium, die Laufflächen sind mit Plasma beschichtet. Das macht sie besonders formstabil, verschleißfest und damit haltbar. Damit der Motor auch möglichst ruhig läuft, wurde eine Zylinderanordnung im 90-Grad-Winkel gewählt.
VW behauptet, dass der neue Diesel in punkto Schwingungsverhalten einem Vergleich mit Zwölfzylinder-Triebwerken standhält. Die neuen Pumpe-Düse-Kombinationen spritzen den Kraftstoff über Fünflochdüsen mit Einspritzdrücken bis zu 2050 bar in die Brennkammern. Die Aufladung des Motors geschieht nach dem Biturbo-Prinzip, wobei jede der beiden Zylinderreihen von einem separaten Turbolader aufgeladen wird.
Insgesamt besteht der Motor aus zwei mechanisch gekoppelten, aber luft- und abgasseitig getrennten Fünfzylinder-Motoren. Das Triebwerk unterschreitet die aktuellen Abgas-Grenzwerte und kann - falls die zulässigen Emissionsgrenzen sinken - zum Beispiel mit einem Partikelfilter ausgestattet werden.