Venturi Fetish Der Kilowatt-Renner
Gezeigt wurde dieses Auto schon oft, allerdings fehlte dem Wagen bislang ein wesentliches Detail: der Motor nämlich. Mal hieß es, der Venturi Fetish bekomme einen Vierzylinder von Renault, dann wieder wurde ein PSA-Aggregat favorisiert. Irgendwann jedoch drehte Venturi-Chef Gildo Pallanca Pastor buchstäblich den Benzinhahn zu und entschied sich für eine gänzlich unkonventionelle Lösung: Er ließ dem Wagen 100 Lithium-Batterien und einen 180 kW (245 PS) starken Elektromotor einpflanzen und hat nun den Vorteil, das Auto auf diversen Messen als "weltweit erstes Elektro-Supercar" anpreisen zu können.
Vor allem in Kalifornien, wo dicht befahrene Highways und scharfe Abgasgesetze herkömmliche Supersportwagen immer unattraktiver erscheinen lassen, wäre der Venturi Fetish das passende Auto für sehr reiche und sehr auf ihr Image bedachte Fahrer. Im Falle einer Panne wäre zudem die Hilfe recht nah, denn in Kalifornien wird der Wagen auch gebaut.
Der Sitz des Unternehmens jedoch ist Monaco - seit vor vier Jahren der Investor Gildo Pallanca Pastor die Konkurs gegangene französische Sportwagenmarke übernahm. Bis dahin hatte die 1984 von Claude Poiraud und Gérard Godfroy gegründete Firma rund 700 Autos gebaut, an diversen GT-Rennen teilgenommen und sogar in der Formel 1 ein Gastspiel gegeben. Seit dem Neustart der Marke galt das Modell Fetish, ein vom Designer Sacha Lakic gestalteter Zweisitzer mit Kohlefaserkarosserie, 3,89 Meter lang und nur 1,20 Meter hoch, als Hoffnungsträger.
Nachdem nun auch die Antriebsfrage geklärt ist, könnte der Venturi Fetish tatsächlich zum Vorreiter einer neuen Generation von ökologisch akzeptablen Sportwagen werden. Das Auto wiegt 1100 Kilogramm, spurtet in 4,5 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und erreicht seine Höchstgeschwindigkeit bei rund 170 km/h. Das ist natürlich lächerlich im Vergleich zu den Endgeschwindigkeiten der Porsche-Lamborghini-Ferrari-Fraktion, doch dem Fahrspaß und der Sportlichkeit muss das keinen Abbruch tun. Venturi gibt die Reichweite des Elektrorenners mit 250 bis 350 Kilometern an (je nach Fahrweise), ehe er wieder zum Batterieaufladen ans Kabel muss.
Die Ausstattung des Autos ist edel, aber nicht überbordend. Erstens soll der Sportwagencharakter gewahrt bleiben, zweitens frisst jedes Kilogramm mehr an Bord Energie. Die Oberflächen im Innenraum werden wahlweise mit Leder oder Neopren bezogen, die Musikanlage besteht aus einem Mini-i-Pod und selbstverständlich werden alle Farb- und die meisten Extrawünsche erfüllt. Denn gebaut wird ein Fetish erst dann, wenn der Kaufvertrag unterschrieben vorliegt.
Die Auflage des Autos ist auf 25 Exemplare limitiert, vertrieben wird das Modell ausschließlich in Kalifornien, Tokio und Monte Carlo - zu einem Nettopreis von 450.000 Euro. "Der Fetish", sagt Venturi-Chef Pastor, "ist ein Stück zeitgenössischer Kunst und wird eine außergewöhnliche Mobilitätserfahrung sein für 25 außergewöhnliche Menschen auf diesem Planeten." In Hollywood werden sie das gerne hören.